Rheinberg: Deponie Winterswick abtragen und verwerten?
zuletzt aktualisiert: 03.02.2012Rheinberg (RP). Das Fernwärmeprojekt mit Solvay ist geplatzt. Dennoch will die Stadt Rheinberg grundsätzlich in dieser Richtung weiter denken.
Das wurde im Umweltausschuss deutlich. Bis auf die beiden FDP-Vertreter war der sich einig, dass die Stadtverwaltung kurzfristig einen Förderantrag für die Erarbeitung eines Wärmeversorgungskonzeptes erarbeiten soll.
Dabei sollen verschiedene Maßnahmen beleuchtet werden. Beispielsweise der Anschluss an das Blockheizkraftwerk Asdonkshof (Kosten nach ersten Schätzungen: 11,8 Millionen Euro) oder an das Netz der "Fernwärme Niederrhein" (geschätzt 15,4 Millionen Euro).
Versorgungskonzept
Wie die frühere Deponie Winterswick in den Netz-Baustein Nahwärme einbezogen werden könnte, muss nach Einschätzung der CDU allerdings noch näher analysiert werden. Christdemokrat Ulrich Hecker erinnerte an die einhellige Enttäuschung aller Fraktionen darüber, dass die Deponie wohl erst in 20 Jahren als Naherholungsbereich von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Die Betreiber hatten Sicherheitsaspekte als Begründung genannt, vor allem weiterhin austretendes Deponiegas.
Dennoch hielt es Hecker für verfrüht, schon jetzt eine Biogasanlage auf dem Deponiegelände festzuschreiben, in der auch das aus der alten Müllkippe austretende Gas genutzt werden könnte. Dieses Konzept habe der Ausschuss aber doch in einer vorangegangenen Sitzung begrüßt, so SPD-Ratsherr Michael Kuklinski – zumal die in der Biogasanlage anfallende Wärme beispielsweise bequem ins neue Baugebiet Moerser Straße geliefert werde könnte. Insoweit zeigte sich Kuklinski verwundert "über diesen Schwenk" der CDU.
Noch für alles offen halten
Von einem Meinungswandel in seiner Fraktion könne allerdings keine Rede sein, betonte Ulrich Hecker: "Wir meinen, dass unabhängige Experten die Situation in der Deponie untersuchen und Vorschläge machen sollen, wie man dort vorgeht – am Ende könnte das ja bis zur Abtragung der Deponie gehen und zur Wiederverwertung der dort gelagerten Stoffe. Wir sollten das jetzt noch alles offen halten."
Vor allem aber sollten die Winterswicker frühzeitig in die weitere Planung einbezogen werden. Grundsätzliche Skepsis drückte Heinz-Jürgen Lenz (FDP) aus, nicht zuletzt weil die Kosten für einen Anschluss an Asdonkshof oder an die "Fernwärme Niederrhein" zu hoch seien.
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