Rheinberg: Der Bergbau geht – die Folgen bleiben
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 10.01.2011Rheinberg (RPO). "Vielleicht brauche ich ja bald keinen Wagenheber mehr, um ein Rad zu wechseln..." – Norbert Geerkens kommentierte das Geschehen neben seinem Sanitär-Betrieb an der Bahnhofstraße 101 mit Galgenhumor: Innerhalb weniger Stunden war am Samstag quer über den Parkplatz eine respektable Wölbung entstanden, genau bis unter einen der dort abgestellten Kleintransporter. "Und sie wird immer höher", beschrieb Geerkens.
Über die Ursache waren sich der Sanitärfachmann und sein Nachbar Heinz-Anton Schmitz ("Räderecke") einig: Erdbewegungen infolge des Bergbaus. Der hat die Kohleförderung unter Rheinberg zwar gerade eingestellt (siehe Meldung "Bergwerk West" auf dieser Seite), aber die Bergschäden werden erst langsam ausklingen.
Zurzeit sind sie dort besonders heftig, wo zuletzt abgebaut worden ist – an der Bahnhofstraße. Wie der Bereich neben Gerkens, ist auch der "Räderecke"-Parkplatz betroffen: Quadratmeterweise sind Pflastersteine aus dem Verbund gedrückt. Randsteine, die niveaugleich als Einfassung verlegt waren, werden durch Erdpressungen zu einer "Brücke" aus dem Boden gehoben; zwischen Klinkersteinen der Fassade tut sich eine breite Kluft auf.
Heinz-Anton Schmitz erwischt es zu denkbar ungünstiger Gelegenheit: Am heutigen Montag ist Eröffnungstermin für seine "Räderecke", die er vom Innenwall in das frühere Geschäft Bache an der Bahnhofstraße verlegte. Durch die Bergschäden stehen nun zusätzliche Aufräum-Arbeiten an. "Aber wir schaffen das, der Eröffnungstermin steht", unterstrich Heinz-Anton Schmitz am Samstag.
Äußerst lobend beschrieb er übrigens die Reaktion des Bergbaus auf seinen Anruf, in dem er die Schäden gemeldet hatte: "Ganz schnell war ein Mitarbeiter aus Essen bei mir, hat alles aufgenommen und zugesichert, dass man sich drum kümmern wird."
Auch der Lidl-Markt nebenan ist offenbar von Bergschäden betroffen. Anfang voriger Woche war das Geschäft wegen Schäden an der Fensterfront einen Tag geschlossen (RP berichtete), sicherheitshalber wurde eine Holzwand eingezogen. Nun wurden rings um das Gebäude die Pflasterplatten aufgenommen und auch hier ist zu sehen, wie sehr der Boden in Bewegung ist.
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