Alpen: Die guten Jahre sind vorbei
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 05.01.2010Alpen (RPO). Der Rathaus-Neubau ist durchfinanziert, an teuren Kanalbaumaßnahmen gibt es kein Vorbeikommen – aber die Gemeinde Alpen muss den Gürtel enger schnallen. Aber: Das Sparpotenzial ist weitgehend ausgeschöpft.
Alpen geht es so wie fast allen Kommunen in NRW: Der Gemeinde steht ein hartes, entbehrungsreiches Jahr bevor. Wie ein Damokles-Schwert schwebt über allem die Angst vor einem Haushaltssicherungskonzept. Sollte Alpen zum zweiten Mal in diese Zwangsjacke rutschen, wären unangenehme Einschnitte und Fremdbestimmtheit unumgänglich. "Wenn die Kreisumlage so stark angehoben wird, wie se sich derzeit abzeichnet, kann es sein, dass wir schon dieses Jahr in das Haushaltssicherungskonzept rutschen", schilderte Bürgermeister Thomas Ahls gestern.
Gewerbesteuereinnahmen
Alpen hat fette Jahre hinter sich. Ahls: "Selbst im Krisen-Jahr 2009 hatten wir Gewerbesteuereinnahmen, die höher ausfielen als die prognostizierten fünf Millionen." Das wird dieses Jahr anders werden – da ist sich der Verwaltungschef sicher. Wegen der hohen Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen Jahre sind die Schlüsselzuweisungen vom Land und vom Bund auf Null zurückgefahren worden.
Sportanlagen, Bahnhof
Weiter verfolgt wird das Sportstättenkonzept. Ahls: "Die Vereine haben die Zusage, dass alle Sportstätten erhalten bleiben, für die Bedarf erkennbar ist." Wünschenswert sei es, Schwerpunkte zu bilden, was die Auslastung der Anlagen angeht: z.B. Leichtathletik in Alpen, Fußball in Veen etc.
Positionen, an den denen man große Beträge sparen könnte, hat Alpen nicht mehr. Die Bücherei und das Hallenbad sind schon 1994 in Vereinsträgerschaften überführt worden. Das Tafelsilber zu verscherbeln (Verkauf von Immobilien) bringen in Zeiten des neuen Kommunalen Finanzmanagements bilanztechnisch nichts. Große Einnahmen durch die Ausweisung neuer Wohngebiete sind ebenfalls nicht zu erwarten, weil solche Neubaugebiete nicht mehr genehmigt und wohl auch nicht mehr nachgefragt werden. Unberücksichtigt bleibt in dieser Diskussion der Rathaus-Neubau. Thomas Ahls: "Der ist durchfinanziert. Das Projekt steht." Fortführen wird die Gemeinde die Kanalerneuerung. Eine Millionen-Investition, an der die Gemeinde nicht vorbeikommt. Und zugleich ein Thema mit Konfliktpotenzial, da die Anlieger an den Kosten beteiligt werden.
Gemeindeentwicklungsplan
Bereits in der April-Ratssitzung soll der Entwurf des Gemeindeentwicklungsplans (GEP) 2030 verabschiedet werden. Bevor er wirksam wird, muss das Land noch zustimmen. Die Zielvorstellungen für den GEP sind von den Dorfwerkstätten mitentwickelt worden.
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