Rheinberg: Die Hürde Denkmalschutz
VON PETER KORTE - zuletzt aktualisiert: 28.08.2007Rheinberg (RPO). Der Abriss des alten Krankenhauses bleibt Thema. Unterschriftenlisten bleiben noch in dieser Woche liegen. Das Stadtmarketing will sich jetzt mit dem Denkmalschutz in Rheinberg befassen.
„Ein Thema, das mich ärgert!“ gab Dette Eckert, Architekt und Vorstandsmitglied des Arbeitskreises Stadtmarketing gestern im Gespräch mit der RP unumwunden zu. Das Thema ist der Abriss des Krankenhauses, mit dem vielleicht schon in dieser Woche begonnen wird (die RP berichtete). Einerseits sieht er keine Chance, den Abriss aufzuhalten, andererseits sieht er auch nicht „dass die Bagger schon da sind“. Wie sieht er denn überhaupt den Umgang mit dem Denkmalschutz in Rheinberg?
Beispiel Müschenstegschule
Das Krankenhausgebäude, dass vor exakt 100 Jahren errichtet wurde, sieht Ecker auf jeden Fall als Denkmalschutzwürdig an. Einfach auch deshalb, weil es einerseits wichtig sei für die Ortsgeschichte, andererseits ein schönes Stück Architektur sei. Dem Argument, es deshalb nicht unter Denkmalschutz zu stellen, weil so oft an- und umgebaut worden sei, könne er sich nicht anschließen. Ist der Zug für das Krankenhausgebäude auch wohl abgefahren, so kann es durchaus weitere Gebäude in Rheinberg geben, denen ein ähnliches Schicksal erspart bleiben könnte. Deshalb soll sich das Stadtmarketing jetzt mit diesem Thema befassen. In einer Arbeitskreissitzung soll, so Ecker, dieses Thema angesprochen werden. Es ärgert ihn kolossal, wie er sagt, dass private Baustellen oft für Kleinigkeiten stillgelegt würden, im Großen aber der Denkmalschutz viel lockerer angegangen werde. Er erinnerte an die Müschenstegschule in Orsoy, die in die Denkmalliste eingetragen gewesen sei, die Politik sie aber wieder herausgenommen habe, nachdem es dort um ein Baugebiet gegangen sei. Die ehemalige Schule sei nur deshalb nicht der Abrissbirne zum Opfer gefallen, weil sie dann letztlich integriert werden konnte. Norbert Ricking vom Sprook- und Heimatverein würde es auch als schade ansehen, wenn das alte Krankenhaus abgerissen würde, sieht andererseits aber auch, dass die Mittel für die Denkmalpflege sehr begrenzt sind.
Unterhalt kostet viel Geld
Andererseits koste der Unterhalt von Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, viel Geld. Die Unterschriftenlisten pro Erhalt des Gebäudes sollen auf jeden Fall in dieser Woche noch ausgelegt bleiben, dann wolle man ein Resümee ziehen. Das Thema Krankenhaus Rheinberg sei mehrfach geprüft worden, sagte gestern der Beigeordnete Klaus Henne. Auch vom Amt für Denkmalpflege. Es gebe nunmal bestimmte Kriterien und die seien für das Rheinberger Krankenhaus nicht in Frage gekommen.
186 Baudenkmäler
Im Kreis Wesel steht Rheinberg mit Gebäuden, die unter Denkmalschutz stehen, weit an der Spitze: 186 Baudenkmäler sind registriert. Werden die Bodendenkmäler sowie die so genannten beweglichen Denkmäler noch dazu addiert, kommt Rheinberg sogar auf 204.
Zum Vergleich: In Wesel sind es insgesamt 177 Denkmäler, in Xanten 159.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
