Rheinberg: Die Schüler laufen weg
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 10.10.2007Rheinberg (RPO). Für das Schuljahr 2006/ 07 sind 200 Mädchen und Jungen weniger in Rheinbergs Schulen angemeldet. Bei den weiterführenden Schulen darben vor allem die Haupt- und die Realschule.
Steht Rheinberg vor einem tief greifenden Umbruch in seiner Schullandschaft? Nach Ansicht des Schulausschusses sind solche Prognosen nicht von der Hand zu weisen, wenn sich die Schülerzahlen so weiter entwickeln wie gerade jetzt: Wie berichtet, ist die Gesamtschülerzahl im Vergleich zum Schuljahr 2006/07 um 200 Mädchen und Jungen zurück gegangen. Und dies vor allem wegen der rückläufigen Grund-, Haupt- und Realschülerzahlen.
Nach Alpen und Kamp-Lintfort
Gestern Abend, im Ausschuss, bewertete Wolfgang Fillers die Zahlen als „nachdenklich stimmend“: „Wenn von einer Grundschule überhaupt kein Kind mehr zur Hauptschule geschickt wird, dann ist das nicht nachvollziehbar. Und wenn bei einer weiter führenden Schule auf einmal eine ganze Klasse wegbricht und die Kinder in der Schule eines Nachbarortes wieder auftauchen, muss nachgefragt werden.“
Anmeldungen
Für das Schuljahr 2007/08 wurden 36 Kinder zur Hauptschule Rheinberg angemeldet.
114 Kinder wechseln zur Realschule Rheinberg .
172 junge Rheinberger gehen neu auf das Amplonius-Gymnasium.
Ursachenforschung regte auch Klaus Bechstein (SPD) an. Nicht nur dazu, warum die Grundschule Millingen „ihre“ Kinder zur Realschule Alpen schickte und nicht die Rheinberger Realschule empfahl, sondern auch warum eine unverhältnismäßig große Zahl von Ossenberger Grundschülern zur Gesamtschule Kamp-Lintfort geht. Denn anders als bei der kurzen Entfernung zwischen Millingen und Alpen könne da der nähere Weg kein Argument sein. Grünen-Vertreter Heyde plädierte dafür, es müsse ein Gestaltungskonzept für den Erhalt eines zeitgemäßen Schulstandortes Rheinberg entwickelt werden und nannte gleich das Modell, das ihm vorschwebt: die Gemeinschaftsschule.
Verbundschul-Diskussion
Klaus Bechstein sagte voraus, wenn die Anmeldezahlen für die Hauptschule nicht bald „einen Sprung machen, werden wir uns sehr bald mit dem Thema Verbundschule beschäftigen. Gedanken, auf die Empfehlungen der Grundschulen Einfluss zu nehmen, verböten sich von selbst: „Das steht uns nicht zu“, so Bechstein. Die Politiker stimmten allerdings darin überein, dass die Gründe für die Empfehlungen intensiv hinterfragt werden müssten.
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