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Alpen: Ein Dorf hilft einem Dorf

VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 11.11.2008

Alpen (RPO). Wenn Domnika Manolowa erzählt, ist die tief empfundene Dankbarkeit sofort spürbar. Die 50-Jährige ist Deutschlehrerin an einem Lyceum in Copceac, einem 10 000 Seelen-Dorf im Süden Moldawiens, und zu Besuch in Alpen. Sie kommt aus Gagausien, einem autonomen zu Moldawien gehörenden Gebiet, in dem eine Minderheit von rund 120 000 Menschen in der Nähe zur Türkei lebt. Domnika Manolowa hospitiert an der Alpener Realschule. Vor fünf Jahren besuchte sie mit Hilfe des Goethe-Instituts und dem pädagogischen Austauschdienst zum ersten Mal den Niederrhein. Das, so erzählt sie, sei der Beginn einer tiefen Freundschaft zwischen Alpen und Copceac gewesen.

Von links: Domnika Manokowa, Edith Catrein- Diering, Johannes Bröcheler und Raphael Janzik, der das Bild auf dem Plakat gestaltet hat.  Foto: RPO
Von links: Domnika Manokowa, Edith Catrein- Diering, Johannes Bröcheler und Raphael Janzik, der das Bild auf dem Plakat gestaltet hat. Foto: RPO

Die Not erkannte

Einen wesentlichen Anteil daran trägt Schulleiterin Edith Catrein-Diering, die bei ihren Besuchen vor Ort die Not erkannte und umgehend mit einem eigens gegründeten Förderverein „Hilfe für Copceac“ eine Spendenaktion in Gang setzte. Schulmöbel und -materialien, Bekleidung, Spielsachen und Lebensmittel erreichen in regelmäßigen Abständen Copceac. Die kontrollierte Abgabe vor Ort garantiert, dass die Hilfsgüter in den jeweiligen Familien ankommen. Fünf Transporte sind bislang zu Stande gekommen. Aktuell ist gerade eine Lieferung unterwegs. „Wir benötigen Hilfe für Kinder und unsere Invaliden. Vor Ort haben wir keine Arbeit“, erzählt Domnika Manolowa. Die Männer arbeiten in Moskau, die Frauen gehen in die Türkei. Rund zwölf Euro Rente bekommen die Rentner. Was fehlt ist eine Sozialstation.

Als katastrophal beschreibt Edith Catrein-Diering die Verhältnisse im Krankenhaus. „Die Fenster haben keine Scheiben, sondern Plastikplanen, der OP-Saal wie die Intensivstation sind in einem unhaltbaren Zustand“, schildert sie die Erlebnisse ihres letzten Besuches. Ein Lichtblick ist die aktuell gelegte Wasserleitung für ein Drittel des Dorfes. Bislang waren 98 Prozent des Brunnenwassers verkeimt, die restliche Wasserleitung soll noch gelegt werden. Der Rotary Club Grafschaft Moers engagierte sich.

Ehrenamtliches Engagement

Hilfe kostet nicht nur ehrenamtliches Engagement, sondern Euros. Ein Hobbyhandwerkermarkt, der erstmalig für diesen Zweck in der Realschule stattfindet, soll ein finanzielles Polster für die nächsten Hilfsaktionen in Copceac schaffen. Eine ganze Schule ist dafür auf den Beinen und engagiert sich mit anderen Hobbyhandwerkern. An über 15 Ständen wird am Wochenende, ein breites Angebot an handwerklichen Produkten wie Kupferarbeiten, Floristik, Patchworkarbeiten, Teddybären, Filz und Perlenschmuck im Pädagogischen Zentrum zu sehen sein.

Der Markt im Schulzentrum Alpen findet am Wochenende 15./16. November von jeweils 11 bis 18 Uhr statt. Mit dem Erlös aus den Standgebühren und dem Verkauf von Essen und Getränken soll eine Sozialstation mit einer Armenküche in Copceac finanziert werden.

Quelle: RP

 
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