Rheinberg: Ein Zeichen gegen Gentechnik
VON SABINE HANNEMANN - zuletzt aktualisiert: 27.09.2010Rheinberg (RPO). Auf dem Veener Schanzenhof der Familie Schreiber-Laakmann fand die Bundesauftaktveranstaltung "Zukunft säen" statt. NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel sah sich gestern auf dem Demeter-Hof um.
VEEN Die 40 bundesweiten Veranstaltungen "Zukunft säen" sind kaum übersehbar und setzen für die Landes-, Bundes- wie auch Europapolitik deutliche Zeichen. Viele Verbraucher wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Am Auftakt von "Zukunft säen", organisiert vom Demeter-Verband, kam gestern der neue NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Bündnis 90 / Die Grünen) nach Veen. Die Resonanz des Familienfestes war schon im vergangenen Jahr in anderen Regionen enorm, denn Verbraucher bekundeten vehement ihren Protest.
65 Betriebe beteiligen sich
Demeter
Initiativen, Unternehmen und Vereine unterstützen die Aktion.
Der Schanzenhof ist ein Demeterbetrieb, der rund 100 Milchkühe, 70 Rinder und Kälber hat, ebenso zwei Bullen und Mastschweine.
Im Anbau sind u.a. Zuckerrüben, Kartoffeln, Feldgemüse und Getreide. Der Betrieb ist seit 1990 biologisch-dynamisch.
Gentechnikfreie Zonen, auch die am Unteren Niederrhein, begrüßt der Minister und sieht sich in guter Gemeinschaft. 65 konventionell wie biologisch arbeitende Betriebe beteiligen sich, immerhin 3000 Hektar Land. "Sie haben sich inzwischen verpflichtet, für die Verbraucher nur Gentechnik freie Lebensmittel zu produzieren", freut sich Ruth Laakmann, die gerade in den letzten Tagen von Landwirten, Imkern, Gärtnern und Lebensmittel verarbeitenden Betrieben die Beitrittserklärung erhielt. Für Remmel ein deutlicher Beweis, wohin der Zug in der Landwirtschaft geht.
Die Bezeichnung "Gentechnikfrei" soll wie ein Markenprodukt gehandelt werden. "NRW steht für gesundes, geschmackvolles und gentechnikfreies Essen", so der Minister. Er forderte gleichzeitig, dass den Ländern die politische Entscheidung überlassen bleiben sollte. Spätestens 2013, bei Verhandlungen über Agrarsubventionen, sei es Thema auch unter den Aspekten Tier-, Umwelt- und Klimagerechtigkeit.
235 Kommunen
Die Gemeinde Alpen geht mit guten Beispiel voran, wie auch der Kreis Wesel, auf deren Flächen keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut werden dürfen. In Deutschland nehmen 190 Regionen, 235 Kommunen mit rund einer Million Hektar teil . "Wir wollen ein Zeichen setzen", meinte Ruth Laakmann. Die Aktion eint die konventionelle wie biologische Landwirtschaft. Martin Wache, Sprecher der Initiative Unterer Niederrhein, betonte: "Saatgut ist Kulturgut und darf nicht nur aus einer Hand stammen."
Gentechnik sei nicht die einzige Antwort auf Probleme wie Kartoffelkrautfäule oder Schädlinge wie Maiszünsler, wobei in Konsequenz Gewinne privatisiert und Schäden von der Gemeinheit getragen werden. "Das Problem ist meist die Frage der Fruchtfolge, die nicht eingehalten wird", meinte Ute Rönnebeck von Demeter-NRW.
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