Rheinberg: Eiskalt erwischt
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 31.01.2012Rheinberg (RP). Die Wettervorhersage ist klar: In den nächsten Tagen werden die Temperaturen kräftig sinken. Gestern war noch Gelegenheit, sich auf die Frostperiode vorbereiten: Wasser ablassen, Brennstoff einlagern, Streusalz kaufen.
Nun ist der da, der Winter. Von bis zu minus 25 Grad ist in der Wettervorhersage für die nächsten Tage die Rede. In den Mittelgebirgen, nicht bei uns am Niederrhein. Aber auch hier ist der Trend für die nächsten Tage eindeutig: Es wird kalt. Richtig kalt. Für den frühen Freitagmorgen sagen die Internet-Wetterfrösche von wetter.de für Alpen und für Rheinberg minus neun Grad voraus. Anfühlen soll sich das wie Frost im deutlich zweistelligen Bereich. Da waren die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt gestern Mittag allenfalls ein lauer Vorgeschmack.
Eisklumpen mit Sprengkraft
Immerhin ließen sie die Chance, noch in letzter Minute vor dem Wintereinbruch die Weichen richtig zu stellen. Gartenbesitzer Dieter Appel beispielsweise ließ noch rasch das Wasser aus den vier Tonnen ab, in denen er den Regen der vergangenen Wochen gesammelt hatte: "900 Liter bestes Wasser" merkte der Rheinberger an und sah betrübt zu, wie Pfütze um die grünen Bottiche immer größer wurde. Immerhin braucht er nun keine Angst mehr zu haben, dass der Regen in den Tonnen zu dicken Eisklumpen wird und die Kunststoffbehälter sprengt. Die Abzweigung vom Trinkwassernetz auf den Hof hatte der Rheinberger übrigens sicherheitshalber schon im Herbst stillgelegt.
Sonne und Glätte
Sonnenschein und eisige Temperaturen – das sagt der Wetterdienst für die kommenden Tage in Alpen und in Rheinberg voraus.
Auf die Frostperiode müssen sich vor allem auch die Autofahrer einstellen.
Der Warndienst unwetterzentrale.de geht in Rheinberg und Alpen am heutigen Dienstag bis 7 Uhr von Straßenglätte aus.
Da dachten bereits auch viele über den richtigen Zeitpunkt nach, den Heizöltank zu füllen. Richard Pleines, Heizölhändler in Rheinberg, gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post: "Eigentlich waren das ganze Jahr 2011 die Preise hoch. Da haben viele gewartet und gewartet und gehofft, dass es billiger wird".
Nun seien viele Vorräte kurz vor dem Ende und den strengen Frost vor Augen griffen viele Kunden zum Telefon, um den Tankwagen zu bestellen und nicht kalt erwischt zu werden. Was eine beachtliche Investition nach sich zieht: Bei einem Standard-Tank von 2500 Litern und einem Preis von rund 88 Cent pro Liter werden locker 2200 Euro fällig.
Rutschsichere Straßen und Wege sind demgegenüber schon für einen Appel und ein Ei zu haben: Streusalz, das lange schwer wie Blei in den Läden lag, rückt nun wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Im Rheinberger Kaufpark beispielsweise sind zehn Kilo für 4,99 Euro zu haben, 25 Kilo kosten 7,99, wer 50 Kilo brauchen kann, ist mit 10,99 Euro dabei.
Tonnen, nicht Kilo
Über solche Mengen können die Winterdienste der Städte und Gemeinden sowie Straßen NRW allenfalls schmunzeln. Da wird nicht in Kilo kalkuliert, sondern in Tonnen gerechnet. Noch allerdings ist die Lage ganz entspannt: Die Silos waren rechtzeitig zur Saison gefüllt, und bislang brauchten die Streuwagen kaum auszurücken.
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