Rheinberg: Erst einen Wohnblock komplett sanieren
zuletzt aktualisiert: 14.05.2009Rheinberg (RPO). Bei einigen Mietern in der Reichelsiedlung machten sich ernste Sorgen breit. Die LEG hatte ihnen bereits angekündigt, dass binnen eines Jahres die Abrissbagger anrollen und somit ihr Auszug bevorstehe. Diese Angst wurde rund 50 Mietern im Rahmen einer Infoveranstaltung in der Begegnungsstätte genommen.
Denn ganz so einfach kann die LEG die Mieter nicht vor die Tür setzen. Mit einem Zusatz zum Mietvertrag aus der Sozialcharta genießen Mieter über 60 Jahre per se Kündigungsschutz, alle anderen Bewohner haben zumindest bis 2018 nichts zu befürchten. "Dieses Wissen sorgte erst einmal für Entspannung", erläuterte der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Peter Tullius, der den Infoabend moderierte.
Ute Korte, Vorsitzende der Mieterinteressensgemeinschaft, und Rechtsanwalt Achim Wollenberg machten aber eines ganz deutlich: Verweigere man den Auszug, verschlechtere sich der Zustand der Wohnungen zusehends. Und: Familien, die als einzige Partei in ihrem Wohnblock verbleiben, müssen mit steigenden Nebenkosten rechnen. "Deshalb haben wir die Mieter aufgerufen, sich zusammenzuschließen und einen gemeinsamen Forderungskatalog zu formulieren, um die eigenen Rechte durchzusetzen", so Peter Tullius. Ein erster Vorschlag kam bereits aus den Reihen der Mieter. So könne zunächst ein Wohnblock von der Isolierung bis zum seniorengerechten Umbau komplett saniert werden, damit hier erste Mieter einziehen können.
Dass ein gemeinsamer Forderungskatalog durchaus Aussicht auf Erfolg hat, bestätigte Sozialberater Bernard Beaugitte vom Diakonischen Werk. Bei der Räumung der "Weißen Riesen" in Kamp-Lintfort habe der Vermieter den Mietern auch umfangreiche Zugeständnisse gemacht.
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