Rheinberg: "Förderverein hat Zukunft"
zuletzt aktualisiert: 21.12.2009Rheinberg (RPO). Ob die Katholische Grundschule Ossenberg noch lange besteht, ist ungewiss. Für den Förderverein der Grundschule gibt es aber auch weiterhin viel zu tun, sagt dessen Vorsitzender Bleeker-Dohmen.
Die Zukunft der Katholischen Grundschule Ossenberg ist ungewiss. Wie geht es weiter? Im nächsten Schritt stellt sich die Frage: Was wird aus dem äußerst regen Förderverein? Die Rheinische Post hat sich mit Dr. Roelf Bleeker-Dohmen unterhalten. Er ist seit Anfang 2007 erster Vorsitzender des Ossenberger Fördervereins.
Herr Bleeker-Dohmen, ist der Schulförderverein jetzt überflüssig geworden?
Roelf Bleeker-Dohmen Nein. Der Förderverein hat solange eine Berechtigung, wie es den Schulstandort Ossenberg gibt. Und so wie es derzeit aussieht, muss dieses Kapitel nicht zwangsläufig in vier Jahren zu Ende sein. Das ist abhängig davon, wie sich die Schülerzahlen entwickeln. Der Standort kann ja auch als Dependance einer anderen Schule – Wallach oder Millingen – weiterbestehen. Wir hoffen natürlich, dass die Schülerzahlen sich besser entwickeln als es die Prognosen sagen. Also: Wir werden nicht aufhören, werden den Verein nicht auflösen, sondern werden weiterhin eine gute Arbeit für den Standort und die Schüler leisten.
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Der Förderverein der Katholischen Grundschule in Ossenberg hat großes Interesse daran, mit Menschen zusammenzuarbeiten, die für den Erhalt der Schule aktiv werden möchten.
Per E-Mail kann man Kontakt zum 1. Vorsitzenden Dr. Roelf Bleeker-Dohmen aufnehmen:
bleekerdohmen@googlemail.com
Sie haben bisher viel für die Schulhofgestaltung getan. Was war das konkret?
Bleeker-Dohmen Wir haben uns am Konzept PARTI 2006 orientiert. Darin haben Studenten der Hochschule Nijmegen in den Niederlanden beschrieben, wie man das Schulgelände attraktiver machen kann. Umgesetzt worden sind ein Freiluftklassenzimmer, ein Kleinspielfeld und einige Verschönerungsmaßnahmen.
Dafür ist eine Menge Geld geflossen. Können Sie die Investitionen beziffern?
Bleeker-Dohmen In den letzten Jahren hat der Förderverein fast 30 000 Euro dafür eingeworben und eingesetzt.
Es wird schwer sein, die Mitglieder dafür zu gewinnen, sich weiterhin zu engagieren. Wer will schon, dass in Anschaffungen investiert wird, die möglicherweise schon bald niemand mehr braucht?
Bleeker-Dohmen Dem werden wir dadurch begegnen, dass wir unsere Arbeit inhaltlich umstellen. Wir werden künftig verstärkt Veranstaltungen in der Schule oder Ausflüge unterstützen.
Der Ossenberger Schulförderverein ist auch Träger der Offenen Ganztagsschule.
Bleeker-Dohmen Richtig. Und die Konzeption unserer Offenen Ganztagsschule ist absolut zukunftsfähig und könnte möglicherweise sogar an anderer Stelle weiterbestehen, wenn der Standort doch ganz aufgelöst werden müsste.
Haben Sie das alles schon mit Ihren Mitgliedern abgestimmt?
Bleeker-Dohmen Wir haben unsere nächsten Hauptversammlung im März. Wir hatten zunächst überlegt, sie vorzuziehen. Jetzt werden wir aber wohl eine erweiterte Vorstandssitzung abhalten, um uns mit besonders engagierten Mitgliedern über die nächsten Schritte auszutauschen.
Wie viele Mitglieder hat der Förderverein?
Bleeker-Dohmen Etwas über hundert - bei derzeit knapp unter hundert Schülern. Es gibt Doppelmitgliedschaften, und wir haben das Glück, dass viele Eltern nicht sofort austreten, wenn ihre Kinder die Schule verlassen. Zudem gibt es auch Ossenberger, die dem Verein aus Sympathie für die Schule beigetreten sind.
Der Förderverein ist für seine hervorragende Arbeit immer wieder über den grünen Klee gelobt worden. Jetzt aber droht der Schule das Aus. Ein Widerspruch?
Bleeker-Dohmen Es fehlen halt die Kinder. Aber ich habe auch den Eindruck, dass die Lobesreden, so ernst sie auch gemeint gewesen sein mögen, in vielen Fällen Sonntagsreden waren. Dass die Ossenberger Grundschule jetzt hinten ansteht und zu wenige Anmeldungen hat, liegt ja auch daran, dass die Stadt dort in den vergangenen Jahren nur noch das Nötigste für die Gebäudesubstanz getan hat. So hat eine Schule es schwer, um Schüler zu werben.
Können die Ossenberger jetzt nur noch hoffen?
Bleeker-Dohmen Die Ossenberger haben immer noch die Möglichkeit, ihre Kinder an der Grundschule anzumelden. Je mehr Eltern das tun, desto größer ist die Chance, dass der Standort erhalten werden kann.
Uwe Plien führte das Gespräch.
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