Alpen: Glaube und Musik geben Halt
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 17.11.2009Alpen (RPO). Die Sängerin Judy Bailey und ihr Mann Patrick Depuhl – beide leben in Alpen – gestalteten im Evangelischen Gemeindehaus einen Lese-Lieder-Abend. Anlass dazu war Judy Baileys gerade erschienene Autobiografie.
Das erste Konzert
Ihr erstes Deutschlandkonzert gab Judy Bailey 1992 auf Einladung einer deutschen Reggae-Band.
Die Sängerin berichtete auch von ihrem Zusammentreffen mit dem bekannten Sänger Eddie Grant und wie sie ihren Mann Patrick kennen lernte.
Infos über die Sängerin und ihr Buch gibt es im Internet:
Sie hat die ganze Welt bereist, Konzerte auf allen Kontinenten gegeben, ist in London geboren, in der Karibik aufgewachsen und hat am Niederrhein ihre neue Heimat gefunden. Judy Bailey ist in ihrem Wohnort Alpen längst keine Unbekannte mehr. Nach acht CDs hat die international erfolgreiche Sängerin und Musikerin jetzt ihr erstes Buch veröffentlicht. "Judy Bailey – und ich sang. Ein Leben für die Musik" heißt das Werk, in dem die Autorin aus ihrem ereignisreichen Leben erzählt. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Patrick Depuhl stellte Bailey ihr autobiografisches Werk jetzt bei einem Lese-Lieder-Abend im Alpener Gemeindehaus vor.
Im Saal war's proppenvoll
Der Glaube habe in ihrem Leben und in ihrer Musik immer eine wichtige Rolle gespielt, erzählte die Sängerin im proppevollen Saal. Mit entwaffnender Ehrlichkeit ließ die Sängerin auch dunkle Kapitel in ihrer Biografie nicht aus, wie ihren Kampf gegen die Magersucht. Lieder und Texte vorzutragen sei für sie beide eine Premiere, sagte Depuhl. Das Publikum im Gemeindehaus stellte sich gerne als "Versuchskaninchen" zur Verfügung.
Bailey berichtete von ihren Eltern, die beide der Jobs wegen von Barbados nach London gezogen waren und sich dort kennen und lieben lernten. Als Töchterchen Judy zwei Jahre alt war, zog das Paar zurück in die Karibik. Die Reise mit dem Schiff dauerte zehn Tage. Auf Barbados angekommen machte sich der Vater daran, ein Haus zu bauen. Bailey erzählte von fliegenden Fischen, Schafen ohne Wolle, ihrer Abneigung gegen Riesen-Tausendfüßler und von den Menschen auf Barbados. Die Musik sei schon in ihrer Kindheit nie weit weg gewesen. Ihre Großmutter war Predigerin und spielte Klavier in der Kirche. Die Mutter sang im Kirchenchor und der Vater spielte Jazz-Trompete. Witzig war die Geschichte, wie Bailey zu ihrer ersten Gitarre kam: Sie hatte sich als 16-Jährige spontan zur Instrumentalbegleitung eines Stückes gemeldet, das in der Schule aufgeführt werden sollte, ohne vorher auch nur eine Note auf der Gitarre gespielt zu haben. Das holte sie dann innerhalb kürzester Zeit nach und hatte eine neue Leidenschaft entdeckt. Durch die Musik habe sie auch Gott gefunden, so Bailey. Sie vertonte Bibelpsalmen neu und sang sich in dieser Zeit "die Seele aus dem Leib".
Psychologie-Studium
Ein Psychologie-Studium führte sie mit 19 Jahren zurück nach London. Die einzelnen Episoden aus ihrem Leben illustrierte das Duo mit passenden Songs, die teilweise auch in dem jeweiligen Zeitraum entstanden. Den Draht zum Publikum fand die Sängerin von Beginn an. Es wurde mitgesungen und geklatscht. Die Zusammenkunft war wie ein großes Familientreffen.
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