Rheinberg: Heiter und besinnlich
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Rheinberg (RPO). Der aus Rheinberg stammende und in Osnabrück lebende Liedermacher und Geschichtenerzähler Günter Gall gab ein Benefizkonzert in der St.-Anna-Kapelle. Der Erlös ist für deren Erhalt bestimmt.
Die Spenden
Der Erlös aus dem Benefizkonzert ist für die St. Anna-Kapelle bestimmt.
Der vor anderthalb Jahren gegründete Verein zum Erhalt der Kapelle konnte aus Spenden bereits Elektroinstallationen und eine Heizmöglichkeit geschaffen.
Dringend benötigt wird ein beleuchteter Aufgang zur Kapelle. Zur Veranstaltung wiesen diesmal brennende Fackeln den Besuchern den Weg.
Mit seinem weihnachtlichen Programm "Dat Christkind backt Plätzkes" stimmte der bekannte niederrheinische Liedermacher Günter Gall im vergangenen Jahr ein großes Publikum in der St. Anna-Kapelle auf dem historischen Friedhof an der Römerstraße auf die Festtage ein. Diesmal fiel die Zuschauer-Schar auf dem Annaberg deutlich geringer aus, doch mit etwa 50 Zuhörern beim Benefizkonzert zu Gunsten des Erhalts der alten Kapelle, waren die Bänke in dem kleinen Sakralbau auch fast schon voll besetzt.
Heiter und besinnlich
"Galläppel & heiter-besinnliches zum Fest" waren angekündigt. Seine Lieder und Gedichte, die er zur Freude aller Mundartfreunde zum Teil "op platt" vortrug, bettete Gall in eine Rahmenhandlung ein: Der aus Rheinberg stammende Musiker erzählte, wie sich die Ereignisse der Heiligen Nacht wohl am Niederrhein statt im Stall zu Bethlehem abgespielt hätten. Als sich die hochschwangere Profimelkerin Marie und Zimmermanns Jupp aus Rheinberg nach Xanten zur "Colonia Ulpia Trojana" aufmachten, und in Ermangelung einer Herbergsunterkunft in einer Fischerhütte in Lüttingen Unterschlupf suchten und fanden, war klar, dass die ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte noch manche komische Wendung nehmen würde. Da tauchte der Drachentöter Siegfried am Lager des Neugeborenen auf und ein von dem Sagenhelden handgeschmiedeter Stern mit Kometenschweif lockte Hirten und Fischer an.
Die drei Weisen aus dem Morgenland dagegen blieben aus. "Denen war der Weg an den Niederrhein zu weit", mutmaßte Gall. Die schräge Geschichte bot für den Liedermacher nur den Anlass, um heitere und nachdenkliche Texte und Melodien zum Thema Weihnachten an passender Stelle wie auf Stichwort einzubringen.
Mittelhochdeutsches Lied
Die Bandbreite des Materials erstreckte sich von einem mittelhochdeutschen Lied aus einer Handschrift des 14. Jahrhunderts bis hin zu eigenen vertonten Gedanken des Musikers. Gall ließ neben der Gitarre ein altes historisches Instrument namens "Dulcimer" und rhythmisches Holzlöffelgeklapper erklingen. Das Publikum lud er von Beginn des Konzertes bis zum Schluss immer wieder zum Mitsingen oder -summen ein.
Im Mittelpunkt stand das Weihnachtsfest am Niederrhein, das so manche Besonderheit gegenüber anderen Regionen aufweist. Das liege an der Geografie, so Gall. "Es gibt am Niederrhein Stellen, wo man denkt: Jetzt noch zehn Meter und man fällt von der Erde."
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