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Rheinberg: Heizung für Rheinberg

VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 21.02.2009

Rheinberg (RPO). Stadtverwaltung und Chemieunternehmen Solvay unterzeichneten gestern eine Absichtserklärung, die die Weichen für die Fernwärmeversorgung für zentrale Bereiche der Stadt stellt.

Bürgermeister Mennicken und Solvay-Werkleiter Dr. Rösler unterschrieben gestern die Absichtserklärung zur Fernwärmeversorgung.  Foto: RPO
Bürgermeister Mennicken und Solvay-Werkleiter Dr. Rösler unterschrieben gestern die Absichtserklärung zur Fernwärmeversorgung. Foto: RPO

Macht es Sinn, wenn einerseits 600 Rheinberger Haushalte ihre eigenen Öfen stochen? Wenn in Hallenbad, Schulzentrum, Stadthaus und neun weiteren großen kommunalen Gebäuden die Heizungen bullern – und gleichzeitig im Chemiewerk Solvay jede Menge Wärme ungenutzt in den Himmel rauscht? Natürlich nicht. Das wissen die Rheinberger ebenso wie die Solvayaner. Gestern machten sie einen wichtigen Schritt auf dem gemeinsamen Weg, der zur Lösung des Problemes führen soll: Bürgermeister Hans-Theo Mennicken, Solvay-Werkleiter Dr. Richard Rösler und Rheinbergs 1. Beigeordneter Klaus Henne unterschrieben die Absichtserklärung zur Fernwärmeversorgung von Rheinberg.

6900 Tonnen CO2-Einsparung

Es ist für das "platte Land" am Niederrhein ein beispielgebendes Projekt mit Mehrfach-Nutzen: Der Stadt Rheinberg hilft es, durch rund 6900 Tonnen CO2-Einsparung die selbst definierten ambitionierten Klimaschutzziele leichter zu erreichen. Solvay kann seine Abwärme sinnvoll unterbringen. Und bei den Bürgern soll die Fernwärmeversorgung durch niedrigere Heizkosten den Geldbeutel schonen.

Info

Energiesparmeister

Bei Fachfragen hilft Frank Langer von der Enni Ihnen gerne weiter, 02841 104136, E-Mail: energieberatung@enni.de. Die Volksbank stellt für die Aktion ein Sonderkreditkontingent für Energiesparmaßnahmen von einer Million Euro zur Verfügung. Natürlich finanzieren auch andere Geldhäuser Energiesparmaßnahmen. Alles über die Aktion im Internet unter

www.rp-online.de/moers;

www.enni.de; www.volksbank-niederrhein.de

Bis dahin sind noch viele Details und eine Kernfrage zu klären. Letztere lautet: Wer wird das neue Netz betreiben? Das soll in einer europaweiten Ausschreibung geklärt werden, für die durch die gestern unterschriebenen Absichtserklärug der Weg frei ist. In ihr werden Rahmenbedingungen für die Wärmelieferung durch Solvay und die Wärmeabnahme durch die Stadt bzw. durch einen künftigen Fernwärmeversorger festgelegt. Mit der Vergabe der Fernwärmeversorgung für die öffentlichen Gebäude wird ein Konzessionsvertrag verbunden sein, der dem Fernwärmeunternehmen auch die Versorgung privater Haushalte für Teile des Stadtgebietes ermöglicht. Eine Potenzialanalyse nennt 600 anschließbare Haushalte als Zielgröße.

Vertragszeit: 15 Jahre

"Solvay gibt der Fernwärmeversorgung der Rheinberger den Vorrang vor der Eigennutzung der Abwärme aus der PVC-Herstellung", erklärte Werkleiter Dr. Rösler. Bürgermeister Mennicken: Die auf 15 Jahre getroffene Vereinbarung sei "ein deutliches Zeichen in Richtung nachhaltige Entwicklung und zur Partnerschaft zwischen dem Chemiewerk und der Stadt Rheinberg".

Das Projekt findet europaweit Beachtung. Klaus Henne: "Am 13. Februar wurde ein Vorab-Info im EU-Amtsblatt veröffentlicht. Danach haben sich schon zwei Interessenten als Netzbetreiber gemeldet. Ziel ist es, schon in der Heizperiode 2010 / 11 Fernwärme in Rheinberg anzubieten.

Quelle: RP

 
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