Rheinberg: Hirten und der Weihnachtsstern
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 22.12.2008Rheinberg (RPO). Die Böhmische Hirtenmesse des Mozart-Zeitgenossen Jakub Jan Ryba gehört zu den beliebtesten Weihnachtskompositionen in Böhmen. Die gesamte Komposition ist zwar wie eine klassische katholische Messe aufgebaut, stellt sich aber dar als eine Folge von Szenen, in denen Hirten von ihren Erlebnissen in der Heiligen Nacht berichten. Rybas Hirtenmesse stand im Mittelpunkt eines vorweihnachtlichen Konzertes, zu dem der Männer- und Frauenchor „Harmonie“ Rheinberg 1860 in die St. Peter-Kirche eingeladen hatte. Das Gotteshaus erstrahlte im festlichen Lichterglanz der beiden großen Christbäume, die den Hochaltar flankierten.
Im Stehen genießen
Drei Kerzen brannten auf dem Adventskranz, der gleich einem großen Radleuchter hoch über dem Mittelgang schwebte. Sitzplätze mit Sicht auf den Altarraum waren in den nahezu vollbesetzten Bänken keine mehr zu finden. Wer spät kam und nicht nur hören, sondern auch alles im Blick behalten wollte, begnügte sich mit einem Stehplatz.
Bevor die gespannten Zuhörer in den Genuss der weihnachtlichen Messe des tschechischen Komponisten Jan Ryba, vorgetragen in deutscher Textfassung, kamen, trugen die Sängerinnen und Sänger eines der wenigen bekannten geistlichen Stücke von Antonio Vivaldi vor: das „Gloria“ für zwei Solostimmen, Chor und Orgel. Als Solisten waren die Sopranistin Gabriele Natrop-Kepser, Elke Lingemann (Alt), Thomas Weiß (Tenor) und Rolf Pester (Bass) zu erleben. Begleitet wurden Solisten und Chor vom Orchester Collegium Musicum Krefeld unter der Leitung von Erich Brinkmann. An der Orgel: Michael Tegethoff. Die Gesamtleitung hatte Michael Wulf Schnieders, Chorleiter des Männer- und Frauenchores „Harmonie“.
Im Vergleich zum „Gloria“, das mit lateinischen Gesängen eine festlich ernste Stimmung vermittelte, war die anschließende Hirtenmesse zwar nicht weniger feierlich, aber doch „volkstümlicher“. Mit ausdrucksvoller Gestik unterstrichen die Solisten die Handlung rund um die Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem: In einem verschneiten Dorf wird ein etwas mürrischer Meister von seinem Knecht geweckt. Der Hirte berichtet aufgeregt von einem Licht, das er am Himmel gesehen hat: der Weihnachtsstern. Schließlich machen sich auch die anderen Hirten mit ihren Tieren und lauter Musik auf, um das Kind in der Krippe zu sehen und anzubeten.
Viel Applaus
Der gefühlvolle Vortrag der Solisten und der mal andächtig und gedämpft klingende und mal freudig jubilierende Chor ließen die Geschichte lebendig werden. Vom Publikum gab es für die Darbietung viel Applaus.
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