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Rheinberg: Keine Stolpersteine

VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 07.11.2008

Rheinberg (RPO). Müssen in der Stadt Rheinberg „Stolpersteine“ verlegt werden, um an die Schrecken der NS-Zeit zu erinnern? Um der Opfer zu gedenken? Die weitaus überwiegende Mehrheit im Rheinberger Kulturausschuss findet das nicht – lediglich die beiden Vertreter der Grünen stimmten für den eigenen Antrag, „Stolpersteine“ als Form des Gedenkens zu nutzen.

„Stolpersteine“ sind nach Eindruck von CDU, SPD und FDP nicht der richtige Weg des Gedenkens.   Foto: RPO
„Stolpersteine“ sind nach Eindruck von CDU, SPD und FDP nicht der richtige Weg des Gedenkens. Foto: RPO

„Greifen zu kurz“

Die anderen Fraktionen fanden, „Stolpersteine“ griffen zu kurz; sie seien ein stereotypes Modell, mit einer erkennbaren Kommerzialisierung verbunden und sie würden mit ihrer Platzierung inmitten städtischen Lebens nicht wirkliches Erinnern ermöglichen, fand CDU-Fraktionssprecher Dr. Stefan Feltes. Das sei an einem besonderen Ort wie an dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Ehrenmal am Kattewall viel besser möglich – auch FDP-Mann Nienhaus fand diesen Vorschlag gut, wenn entsprechende Gestaltungsarbeiten durchgeführt würden. Thomas Ohl (SPD) sprach von einer „schwierigen Diskussion über das richtige Gedenken“ – kritisierte, „Stolpersteine“ zeigten ein Stück weit Beliebigkeit, Harmlosigkeit – man erfahre außer ein paar Lebensdaten zu wenig über Leben und Leiden der Opfer.  Fritz Ettwig (Grüne) hielt in einem leidenschaftlichen Plädoyer an den „Stolpersteinen“ fest. Es gehe doch gerade auch darum, durch sie das Gedenken mitten in die Stadt zu holen. Dorthin, wo die Opfer der NS-Zeit die Schrecken der Pogromnacht erlebt hätten; wo sie auch Opfer ihrer Nachbarn geworden sind – oder aber von Nachbarn geschützt wurden. Deshalb würden die Grünen den Gedanken in privater Initiative weiter vorantreiben und sie rechneten dabei mit viel Unterstützung, unterstrich Fritz Ettwig.

Gedenken in die Stadt holen

Bürgermeister Hans-Theo Mennicken erinnerte daran, dass man sich in der Stadt Rheinberg schon seit den 70-er Jahren mit diesem Thema beschäftige; beispielsweise in einem Buch der Schriftenreihe zur Rheinberger Geschichte mit sehr ehrlichen Worten, aber auch danach Stück für Stück weiter in die Breite gehend.

Quelle: RP

 
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