Alpen: Kunst für Afrika
VON WALTRAUD WILLEKE - zuletzt aktualisiert: 10.02.2012Alpen (RP). Alpener Pfadfinder haben Bilder für eine Afrika-Ausstellung gemalt und zusammengestellt. Am Wochenende werden die Werke gezeigt und auch verkauft. Der Erlös ist für Kinder in Kenia bestimmt.
Das Maul des gigantischen Löwen ist weit aufgerissen, er zeigt sein scharfkantiges Gebiss und der Kopf wird umrahmt von einer wilden eindrucksvollen Mähne. Die Augen funkeln, haben das Gegenüber fest in ihrem zornigen Blick. "Mit lautem Gebrüll möchte der Löwe in Afrika sein Rudel zusammenrufen. Das ist ein Hilfeschrei", deutete Laurelie Grossart (11) aus Alpen ihr kleines Kunstwerk.
Laurelie gehört zu den Alpener Juffis vom Trupp "Huskies" und ihr Bild ist ein Teil der Afrika-Ausstellung, die das Leben und Wirken in Kenia in den Mittelpunkt rücken soll. Zusammen mit den Jungpfadfindern stellten die Betreuer das Bild- und Dokumentationsmaterial für eine Ausstellung zusammen.
Samstag und Sonntag
Die Kunstwerke der Alpener Jungpfadfinder können morgen vor und nach der Abendmesse um 18 Uhr und am Sonntag vor und nach den Gottesdienst um 10.45 Uhr käuflich erworben werden. "Wir wissen, wo das Geld hingeht und dass es die Kinder wirklich bekommen", lautete die Motivation der "Huskies", als sie zu Pinsel und Farbe griffen.
Warum Kenia? Was fasziniert an diesem Land? Da gibt es viele Wildreservate und Nationalparks, dort leben große Raubtiere und die Naturlandschaften gestalten sind sehr farbenfroh lauteten einige Argumente. Mit Acrylfarben hatten die Pfadfinder ihre Eindrücke auf die Leinwand fixiert. Auf Sonja Schuh vulgo Fischers Bild dominiert eine gelbstrahlende Sonne, die sich vom tiefblauen Meer und dem lichtblauen Horizont abhebt. "Spende für Afrika", betitelte sie ihr Werk.
Handgemalte Buchstaben
Mit handgemalten Buchstaben symbolisierte Jacqueline van Holt den Begriff: Afrika. Therese Trösch, Ruby Malin Menzel und Ann-Kathrin Stange entschieden sich für farbintensive Sonnenuntergänge und malerische Landschaften, Simon Pilz für eine rettende Oase. Dass es in Kenia auch eine Kehrseite zur Naturidylle gibt, erfuhren die "Huskies" in Gruppenabenden mit den Leitern Stephan Hertel und Beatrix Oppers.
Beeindruckt waren sie von der Biografie des Philip Oprong Spenner, der einst als Straßenkind in Nairobi um sein Leben kämpfte, heute in Hamburg als Lehrer arbeitet. Das Leben von Philips Freund endet tödlich auf der Straße, Philips Weg führte ins Waisenhaus, dort besuchte er die Schule und letztendlich rettete ihn ein Hamburger Kinderarzt, nahm ihn mit nach Deutschland. Um Kindern in dem Kinderheim "Kanduyi Children's Home" in Bungoma (Kenia) zu helfen, inszenierte Stephan Hertel zusammen mit Yvonne Meyer aus Alpen die Afrika-Ausstellung.
Spendenübergabe im Februar
Yvonne Meyer studiert in Hamburg, lernte dort Philip Oprong Spenner persönlich kennen. "Sie war schon zweimal in Kenia, wird die Spenden persönlich im Februar übergeben", versicherte Stephan Hertel. In Bungoma kümmert man sich um Straßenkinder und Waisen. Mit Blick auf das Leben des früheren afrikanischen Straßenkindes Philip bemerkte Stephan Hertel: "Es ist abenteuerlich mitzuerleben, wozu Kinder in der Lage sind, wenn man ihnen eine Chance gibt. Philip Oprong Spenner hat nie aufgehört, an sich zu glauben und zu kämpfen."
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