Alpen: Lemken erweitert in Alpen
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012Alpen (RP). Die Landtechnik-Hersteller legen mit 266 Millionen Euro für 2011 einen Umsatzrekord vor. Mehr als 1000 Menschen arbeiten weltweit für das Familienunternehmen. Neuer Werkteil für die Abteilungen Konstruktion und Versuch.
Das Landtechnik-Unternehmen Lemken trotzt Banken- und Euro-Krise und liefert gute Nachrichten. Zum Beispiel die: Nach zwei leicht rückläufigen Jahren verweist das Familienunternehmen für 2011 auf ein Umsatzergebnis in Höhe von 266 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 31 Prozent gegenüber 2010 und ist Rekord in der 232-jährigen Firmengeschichte. Das bisherige Allzeithoch war 2008 mit 257 Millionen Euro erzielt worden.
"Den Landwirten geht es ganz gut"
"Die Landwirtschaftsbranche hat eine eigene Konjunktur", beschrieb Gesellschafterin Nicola Lemken gestern bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2011. "Den Landwirten geht es ganz gut, sie haben ihre Investitionszurückhaltung der vergangenen Jahre aufgegeben." Nicola Lemken und der Geschäftsführer des Landtechnik-Unternehmens, Dr. Franz-Georg von Busse, legten weitere Zahlen auf, die den Aufwärtstrend unterstreichen: Das Inlandsgeschäft ergab ein Umsatzplus in Höhe von 17 Prozent, das Auslandsgeschäft sogar 39 Prozent. Rund zwei Drittel (69 Prozent) der 13 500 hellblau lackierten Pflüge, Grubber, Eggen, Drillmaschinen und Feldspritzen, die 2011 das Werk verlassen haben, sind ins Ausland verkauft worden.
Hoffnung Afrika
In den nächsten Jahren will sich Lemken verstärkt auf den afrikanischen Markt konzentrieren. Dort gebe es gute Voraussetzungen, gute Böden.
Lemken wird zusammen mit Partnern in Äthiopien ein deutsches Agrarzentrum aufbauen, Gleiches ist für Marokko und Zambia geplant.
Dabei sind Frankreich (38,4 Millionen Euro Umsatz) und Russland (36,3 Millionen) nach wie vor die wichtigsten Abnehmerländer. In den vergangenen Monaten hat Lemken 75 neue Mitarbeiter eingestellt, so dass zum Jahresende inklusive Zeitarbeitskräften weltweit mehr als 1000 Frauen und Männer für die Alpener tätig waren.
Aber auch im Auslandsgeschäft kann nur bestehen, wer "zu Hause" gut aufgestellt ist. "Wir planen eine neue Halle und ein Bürogebäude, um die derzeit noch räumlich getrennten Abteilungen Konstruktion und Versuch zusammenzuführen", so Nicola Lemken. Gebaut werden soll in nordöstlicher Anbindung an das bestehende Werk, Richtung Bönning / Mühlohlsley. 2013 wird die ca. 4000 Quadratmeter große Halle fertig sein, hoffen die Verantwortlichen. Die Kosten schätzt Nicola Lemken auf "grob gerechnet" fünf Millionen Euro.
Fünf neue Vertriebsstätten
Die Landtechnik-Experten von der Weseler Straße sind weltweit engagiert. So gibt es mittlerweile Vertriebsstätten in 22 Ländern, fünf davon sind neu: in China, in Südafrika, in Spanien (auch für Portugal), in Kasachstan und in Dänemark (für Skandinavien).
Verzögert hat sich der Bau der Pflugfabrik im zentralindischen Nagpur. Dort sollte bereits Ende 2011 mit der Fertigung älterer Pflugmodelle begonnen werden, nun sei es Mitte des Jahres soweit, prophezeite Dr. von Busse. Für ein Montagewerk im chinesischen Qingdao gibt es bereits ein Grundstück, im April soll die siebenmonatige Bauphase beginnen.
Man sieht: Bei Lemken ist alles im blauen Bereich.
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