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Rheinberg: Licht für die Erdbebenopfer

VON RAINER KAUSSEN UND ARMIN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 19.03.2011

Rheinberg (RPO). Spende für die Menschen im Katastrophengebiet: Die Rheinberger Unternehmer Nölle und dieBelegschaft ihrer Firma Powermoon in Kamp-Lintfort schickten gestern acht Beleuchtungsballons nach Japan.

Powermoons sorgen bei Unfällen und in Katastrophengebieten für blendfreies Licht, in dem Retter gut arbeiten können. Sie werden auch in der Region Japans eingesetzt, die durch Erdbeben und Tsunami verwüstet ist.  Foto: RPO
Powermoons sorgen bei Unfällen und in Katastrophengebieten für blendfreies Licht, in dem Retter gut arbeiten können. Sie werden auch in der Region Japans eingesetzt, die durch Erdbeben und Tsunami verwüstet ist. Foto: RPO

Akkurat packten gestern morgen Mitarbeiter der Firma Powermoon acht Lichtsätze und vier Generatoren auf drei Paletten, die noch am selben Tag auf die Reise nach Japan gingen. Eine Spende der Powermoon-Inhaber Jürgen und Andrea Nölle und der Firmen-Belegschaft für die Opfer der Dreifach-Katastrophe in Japan.

Die Worte "zu spät" hat Jürgen Nölle in diesem Augenblick aus seinem Wortschatz gestrichen: "Hilfe wird in den Gebieten der Naturkatastrophe immer benötigt", sagt der Rheinberger – selbst wenn es kaum noch Chancen gibt, Verschüttete nach Erdbeben und Tsunami zu retten, so brauchen nun die Überlebenden Unterstützung. Gerade auch weil das Katastrophengebiet wegen der vollkommen zerstörten Infrastruktur nachts in totaler Finsternis liegt.

Info

In 44 Ländern

Das Unternehmen Powermoon produziert mit 22 Mitarbeitern in Kamp-Lintfort blendfreie Ballonleuchten sowie portable Notfallleuchten.

Vier Mitarbeiter kümmern sich im Büro in Rheinberg-Budberg um den Vertrieb der Produkte.

Powermoons sind weltweit in 44 Ländern im Einsatz.

Für Rettung und Bergung

Powermoon produziert in seinen Betriebshallen in Kamp-Lintfort genau das, was in dieser Situation in Japan dringend gebraucht wird: blendfreie Ballonleuchten, seit mehr als 15 Jahren in 44 Ländern vielfach bewährt als Spezialbeleuchtung für Rettung, Bergung oder Polizeieinsätze. Powermoon-Ballons gehören beispielsweise zur Standardausrüstung des Technischen Hilfswerks, aber auch vieler anderer Rettungsorganisationen.

Seit einer Woche Überstunden

In 20 Ländern hat Powermoon feste Handelsvertreter – einer davon betreut von Osaka aus Japan: Kasu Yamamoto, 75 Jahre alt, ausgemachter Feuerwehrspezialist. Mit ihm telefoniert Jürgen Nölle seit Beginn der Katastrophe vier- bis fünfmal täglich.

Powermoon schickt Lichtsätze, Generatoren und Stative ins Katastrophengebiet nach Japan; links die Inhaber Jürgen und Andrea Nölle. Foto: RPO

Ziel war es ein kleines eigenes effektives Hilfspaket zu schnüren. Vieles ist zu regeln, die Leucht-Ballons, die Powermoon in Kamp-Lintfort selbst herstellt und verpackt, kommen wegen des zerstörten Wegenetzes in Japan nur schwer zu den Einsatzorten. Schon bei der ersten Suche wurden Powermoons mit Licht aus Kamp-Lintfort von der japanischen Polizei genutzt, später auch vom THW-Team, welches in Japan direkt nach der Katastrophe zum Einsatz kam.

Seit einer Woche werden Überstunden gefahren, da alle EU-Hilfsorganisationen kurzfristig große Warenbestände abgerufen haben für die Hilfe vor Ort, in Japan. Ein First-Aid-Koordinationszentrum in Brüssel hat zusätzliche Kontingente reserviert. In der nächsten Woche werden sie ausgeflogen, zusammen mit anderen Hilfsgütern aus Europa.

Unter dem Eindruck des großen Leides im Katastrophengebiet in einem Land, zu dem ihr Unternehmen seit Jahren Geschäftsbeziehungen pflegt, haben die Familie Nölle und die gesamte Belegschaft nun beschlossen, ihren eigenen Beitrag zur Hilfe zu leisten – auch als Denkanstoß für andere Unternehmen: acht Powermoon-Lichtsätze; vier Generatoren, die den erforderlichen Strom unabhängig vom Leitungsnetz bereitstellen, und zusätzlich die erforderlichen Ballonstative. All das wird zunächst nach Osaka geflogen, weil die Flughäfen nahe dem Erdbebengebiet noch alle gesperrt sind.

Quelle: RP

 
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