Alpen: Mit dem Blick nach vorne
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010Alpen (RPO). Von Krise ist beim Landmaschinenhersteller Lemken in Alpen schon nach kurzer Zeit keine Rede mehr. Die Auftragsbücher füllen sich, die Arbeitsplätze sind sicher. Erwarteter Umsatz für 2010: 180 Millionen Euro.
Stornierte Aufträge, Abbau von Leiharbeitern, Anmeldung von Kurzarbeit: Im Herbst 2009 zwang die Wirtschafts- und Finanzkrise auch den Alpener Landmaschinen-Hersteller Lemken dazu zu reagieren. Inzwischen herrscht an der Weseler Straße wieder Optimismus vor. "Wir arbeiten mit voller Kraft, die Auftragsbücher füllen sich wieder", berichtete Lemken-Geschäftsführer Dr. Franz-Georg von Busse gestern, "wir hatten uns gar nicht so viel vorgenommen für Januar." Auf Kurzarbeit habe man gar nicht zurückgreifen müssen. Und: "Es gibt keine Entlassungen, die Sicherheit unserer Arbeitsplätze ist nicht gefährdet."
Seit 15 Jahren
Bis vor 15 Jahren war Lemken eine Pflugfabrik, seither ist das Portfolio deutlich erweitert worden, und Pflüge haben mit ca. 27 Prozent einen geringeren Anteil an der Summe aller produzierten Gerätegruppen.
Lemken stellt heute z.B. auch Grubber, Eggen, Feldspritzen, Drillmaschinen und Saatbettkombinationen sowie Packer.
866 fest Angestellte
Inzwischen arbeiten 866 fest angestellte Männer und Frauen für die Landmaschinen-Hersteller, davon 765 in Deutschland, davon wiederum etwa 650 in Alpen. Erfreulich: Nachdem bis Ende 2009 alle der ehemals 150 Zeitarbeitskräfte abgebaut werden mussten, beschäftigt Lemken jetzt wieder 47 dieser Arbeitnehmer.
Mit 215 Millionen Euro erreichte das Unternehmen im Vorjahr den zweithöchsten Umsatz in seiner 230-jährigen Geschichte. Dennoch habe man den für dieses Jahr prognostizierten Umsatz deutlich nach unten korrigiert, sagte Gesellschafterin Nicola Lemken – auf 180 Millionen Euro.
Während das Inlandsgeschäft relativ konstant blieb, gab es im vergangenen Jahr vor allem in Russland (bisher das wichtigste Exportland für Lemken) einen dramatischen Einbruch. Das Umsatzvolumen ging um 84,2 Prozent auf nur noch 7,1 Millionen Euro zurück. In anderen Ländern mit schwachen Währungen gab es ähnliche Entwicklungen. Mit den Franzosen (zurzeit Dauergäste im Alpener AgroForum) lief es besser: Der Umsatz kletterte um 19,6 Prozent auf 31,8 Millionen Euro. Dass in Weißrussland 24 Millionen Euro umgesetzt wurden (+56,9 Prozent), liege an drei Kooperationspartnern, die Lemken-Komponenten geliefert bekommen und vor Ort montieren. Man könne von Produkten mit "Lemken inside" sprechen, so von Busse.
Offen kommuniziert
Rückblickend würde er sagen, dass es die richtige Entscheidung war, die vorübergehenden Absatzprobleme offen im Unternehmen zu kommunizieren, sagte Dr. von Busse: "Das haben wir in guten Zeiten so gehalten und das halten wir auch in schlechten Zeiten so. Und es hat sich ausgezahlt."
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