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Rheinberg: Mit einem Fuß in der Zukunft

VON NICOLE MAIBUSCH - zuletzt aktualisiert: 19.01.2012

Rheinberg (RP). Die Stadt Rheinberg hat sich vielleicht etwas eher auf den Weg Richtung Zukunft gemacht als andere Kommunen. Bereits 1998/1999 wurden dort im Zuge des Agenda 21-Prozesses einzelne Klimaschutzprojekte angestoßen; im Jahr 2000 wurde gemeinsam mit den Bürgern das erste nachhaltige Stadtentwicklungskonzept erarbeitet.

Zahlreiche Bürgermeister, Oberbürgermeister, Beigeordnete und Kommunalpolitiker waren gestern zur Klimakonferenz gekommen.  Foto:  Armin Fischer
Zahlreiche Bürgermeister, Oberbürgermeister, Beigeordnete und Kommunalpolitiker waren gestern zur Klimakonferenz gekommen. Foto: Armin Fischer

Nicht selten bringt man anderswo also die Stadt Rheinberg direkt mit Klimaschutz in Verbindung.

Klimaschutz in Kommunen

Wen wundert es da, dass gestern ausgerechnet in der Rheinberger Stadthalle das Euregio-Projekt KliKER (Klimaschutz in Kommunen der Euregio Rhein-Waal) an den Start ging. In elf Kommunen – sechs niederländische und fünf deutsche – wird ein gut strukturiertes Klimaschutzmanagement installiert, das individuelle Konzepte in Sachen Nachhaltigkeit und Klimaschutz entwickelt und umsetzt. Das Besondere an KliKER: Hier wird Klimaschutz "euregional" umgesetzt.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt, das organisatorisch und inhaltlich von Rheinberg aus gesteuert wird, setzt auf eine starke Vernetzung aller beteiligten Kommunen. Voneinander lernen lautet das denkbar einfache Prinzip: Welche Maßnahmen, die in anderen Städten erfolgreich umgesetzt wurden, können vielleicht auch in der eigenen Kommune laufen?

Der Gemeinde Alpen, zeitweilig in der Haushaltssicherung, waren bei Klimaschutzprojekten lange die Hände gebunden, erläutert Bürgermeister Thomas Ahls. Er hofft jetzt, mit Hilfe von KliKER die Ziele des Gemeindeentwicklungsplanes und eine virtuelle Autokratie in Sachen Energie zu erreichen. Was die kommunalen Gebäude angehe, habe man bereits Maßnahmen ergriffen, bei privaten Gebäuden hingegen bestehen noch Nachholbedarf, so Ahls. Ein langer Weg.

Klimaschutz "made in Rheinberg"

Wie Klimaschutz "made in Rheinberg" geht, belegte Jens Harnack, von der Stabsstelle Nachhaltigkeit der Stadt, eindrucksvoll: Ökoprofit, Klimatisch, Mitwirkung beim Bundesforschungsprojekt Klik, Beitritt zum EU-Klimabündnis, European Energy Award – um nur einige Meilensteine zu nennen. Doch Klimaschutz ist nicht allein ein Verwaltungsprojekt, sondern muss auch von Bürgern und Firmen getragen werden. Und einen hohen Spaßfaktor haben.

Wie das Stadtradeln: 1800 Rheinberger haben 2011 ein Fahrtenbuch geführt und damit große Städte abgehängt. Die örtlichen Politiker schafften sogar den Bundessieg auf dem Rad. "Damit könne man Bürger auch für andere Projekte gewinnen", so Harnack. Und davon sollen 2012 einige folgen: Bürgerbus, Walkingbus für Schüler, Car Sharing und Ökostrom für städtische Liegenschaften stehen auf der Agenda.

Quelle: RP/rl


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