Rheinberg: Nicht mehr reden – handeln
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 29.01.2009Rheinberg (RPO). Im Rheinberger Bau- und Planungsausschuss herrschte gestern Abend weitestgehend Einstimmigkeit darüber, wie es mit der Innenstadt-Entwicklung voran gehen soll. Die Bürger sollen sich bald zu den Plänen äußern.
Es wird die größte, aufwändigste und wohl auch teuerste Herausforderung, der sich die Stadt Rheinberg seit Jahrzehnten stellt: die Innenstadt-Entwicklung. Rhein- und Orsoyer Straße inklusive des Holz- und Fischmarkts, der Große Markt, die Zufahrten zu den Wällen, die Umnutzung eines Teiles des Alten Rathauses – das alles kosten sehr viel Geld, braucht eine Menge Zeit und muss von langer Hand geplant werden.
Jetzt aber herrscht allmählich Aufbruchstimmung. Das war auch gestern Abend in der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses spürbar, wo sich Verwaltung und Politik (CDU, SPD, Grüne und FDP) im Prinzip einig waren. Mit Argusaugen verfolgten zahlreiche Gäste die Diskussion, viele von ihnen sind Geschäftsleute, die der Großbaustelle mit gemischten Gefühlen entgegensehen. Sie befürchten, dass in der Bauphase Kunden wegbleiben könnten.
Zwei Stunden für Orsoy
Eine einstündige Parkscheiben-Regelung für Orsoy (die RP berichtete) ist deutlich zu kurz – das sahen gestern alle Fraktionen ein.
Ein Antrag der CDU, die Parkzeit an allen Wochentagen auf zwei Stunden hochzusetzen, trugen SPD, Bündnisgrüne und FDP mit. Einstimmig.
Mit großer Einmütigkeit
"Wir haben jetzt das Ergebnis einer sehr langen Diskussion vor uns liegen", meinte Dr. Stefan Feltes, Sprecher der CDU-Fraktion. "Es gab unzählige Arbeitskreissitzungen. Und bis jetzt haben wir die ganze Sache mit großer Einmütigkeit aller Parteien im Rat behandelt. Jetzt legen wir Wert darauf, dass wir weiterkommen."
Klaus Lorenz (SPD) hätte gerne Detailfragen erörtert. Zum Beispiel die, ob Beton- Natursteinen vorzuziehen seien oder ob große Platten als Fahrbahngestaltung dem Gewicht von Lkw standhalten. Aber auch er sah ein, dass dies jetzt noch nicht das Wichtigste sei. Für Herbert Becker (FDP) stand fest: "Unsere Stadt wird grundlegend verschönert. Und es ist ganz wichtig, dass unsere Bürger frühzeitig erfahren, was genau geplant ist." Als ganz wichtig erachtete der Liberale, dass Kunden in der Bauphase die Rheinberger Geschäfte erreichen können.
Prozess der Realisierung
Auch Jürgen Bartsch (Bündnis 90 / Die Grünen) möchte den vielen Worten endlich Taten folgen lassen. "Wir müssen endlich in den Prozess der Realisierung kommen", forderte er. "Denn geplant haben wir jetzt wirklich lange genug." Eine Kritik brachte er aber dennoch an: Damit zu beginnen, die Vertiefung neben dem Alten Rathaus zuzuschütten, sei nicht der große Wurf, wenn nicht gleichzeitig die künftige (zum Beispiel gastronomische) Nutzung des Alten Rathauses damit verknüpft werde. Ausschussvorsitzender Wolfgang Fillers warnte und fand die Zustimmung von Dezernent Klaus Henne: "Wir sollten jetzt nicht schon xyz festlegen, bevor sich die Bürger geäußert haben."
Und diese Beteiligung der Rheinberger und Rheinbergerinnen soll nun bald durchgeführt werden. Die Abstimmung gestern (Empfehlung an den Rat) fiel einstimmig aus.
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