Alpen: Noch zu wenig in den Köpfen
VON JESSICA RÖSNER - zuletzt aktualisiert: 17.11.2009Alpen (RPO). Im Kreis Wesel startet ein neues Projekt an Schulen: "Stop Schmuddel Fritze" heißt es und soll Schülern das Thema Hygiene näher bringen. An der Realschule Alpen ist es gestern vorgestellt worden.
Im Kreis Wesel startet ein neues Projekt an Schulen: "Stop Schmuddel Fritze" heißt es und soll Schülern das Thema Hygiene näher bringen. Initiiert wurde es von Professor Dr. Andreas Voss, vom Universitätsklinikum St. Radboud in Nimwegen, der viele Erfahrungen im Bereich Krankenhaushygiene sammelte. Die Realschule Alpen und die Anne-Frank-Gesamtschule in Moers sind die ersten Schulen, die sich für das Pilotprojekt angemeldet haben. "Hygiene ist an Schulen besonders wichtig, da Schüler einfach noch einen viel engeren Kontakt pflegen als Erwachsene, durch Umarmungen und Küsschen auf die Wange können Viren schnell verbreitet werden", so Voss. Zudem würden Schüler viel Zeit auf engem Raum miteinander verbringen.
Das Projekt
Das Projekt "Stop Schmuddel Fritze" befindet sich noch in der Pilotphase.
Im Internet können sich alle Interessenten informieren und mit den teilnehmenden Pilotschulen austauschen.
Mit Euregio-Mitteln finanziert
Voss wird unterstützt von Dr. Rüdiger Rau, vom Fachbereich Gesundheitswesen des Kreis Wesel, er kümmert sich um den Kontakt mit den Schulen vor Ort. Finanziert wird das Projekt zunächst aus den Mittel der Euregio Rhein-Waal, die auch schon "gesunde Kinder in gesunden Kommunen" auf den Weg brachte. 80 000 Euro stehen für die kommenden drei Jahre zur Verfügung. Vor Ort werden jedoch auch Sponsoren gesucht, die bestimmte Anschaffungen ermöglichen. So spendete die AOK bereits Butterbrotdosen für die Schüler. Ein wichtiger Baustein ist die Internetseite: www.stopschmuddelfritze.de. "Dort können sich die Lehrer austauschen, über ihre Erfahrungen berichten und anderen ihre Unterrichtsmaterialien zur Verfügung stellen", so Voss. Für die Schulen gibt es bereits konkrete Maßnahmen und Ideen: In der Realschule Alpen informieren zahlreiche Plakate über das richtige Händewaschen. Schulleiterin Edith Catrein-Diering dazu: "Dieses Thema ist einfach noch zu wenig in den Köpfen der Schüler. Durch mehrere verteilte Maßnahmen wollen wir sie dafür sensibilisieren".
Das Kollegium ist sensibilisiert
Das Kollegium wurde bereits auf einer Lehrerkonferenz informiert, demnächst sollen Unterrichtsreihen starten, die sich um die Hygiene drehen. Vom Kreis wird ein Koffer zur Verfügung gestellt, der mit einer Schwarzlicht-Lampe ausgestattet ist. "Die Schüler bekommen ein fluoreszierendes Mittel auf die Hände, welches unter dem Licht die Bakterien sichtbar macht", so Voss. Nach dem Händewaschen können die Schüler die Hände erneut unter das Licht halten und sehen, wie viele Bakterien sie abgewaschen haben. "Denn auch Händewaschen will gelernt sein", ergänzt Voss. Regelmäßig soll das Projekt evaluiert werden. "Mit Fragebögen wird nach einiger Zeit der Wissensstand bei den Schülern abgefragt, auch über ein System die Krankheitsraten mit einzubeziehen wird nachgedacht", so Voss. Mit ausreichender Hygiene könne man nicht nur der Schweinegrippe entgegen wirken, sondern auch anderen Virenerkrankungen, wie dem Noro-Virus. Für weitere Informationen steht Dr. Rüdiger Rau zur Verfügung, Tel.: 02841 202-1120.
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