Rheinberg: "Notinsel" wird erforscht
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 27.11.2009Rheinberg (RPO). Der Jugendhilfeausschuss zeigte gestern große Sympathie für die Initiative, durch die Kinder Hilfe in Notlagen und bei kleineren Problemen finden sollen. Themenwechsel: In Borther Jugendszene wird Konfliktpotenzial erkennbar.
Es gibt Projekte, zu denen kann man einfach nur Ja sagen. Die "Notinsel" gehört dazu. Eine bundesweite Initiative mit einheitlichen Erkennungs- bzw. Orientierungszeichen und einem klaren Anliegen: Sie will Kindern, die in Notsituationen geraten, Flucht und Anlaufstellen aufzeigen, in denen sie Hilfe bekommen.
Durch einen Antrag der SPD-Fraktion befasste sich gestern Abend Rheinbergs Jugendhilfeausschuss mit der "Notinsel": Das Projekt werde von der Stadt Moers bereits durchgeführt, beschrieben die Sozialdemokraten darin und schlugen vor, dass die Rheinberger Verwaltung nähere Informationen einholen und prüfen solle, ob "Notinseln" auch für Rheinberg möglich und sinnvoll seien.
Bewusstsein für Kinder
Mit dem Projekt "Notinsel" hat die 1997 gegründete Stiftung "Hänsel + Gretel" eine Vielzahl von Kinderschutzprojekten initiiert.
Dadurch soll das Bewusstsein für Kinder in unserer Gesellschaft gestärkt werden.
Das Projekt "Notinsel" ist eine bundesweite Initiative mit einheitlichen Erkennungs- und Orientierungszeichen.
Nothilfestellen sind durch Aufkleber mit dem "Notinsel"-Logo klar erkennbar gemacht.
"Hier bist Du sicher"
Bei den Politiker-Kollegen und auch im Ausschuss fand die SPD offene Ohren. Unter anderem auch weil in einer Flächengemeinde wie Rheinberg Schulbushaltestellen mal darauf abgeklopft werden könnten, in welchen Geschäften, Banken, Supermärkten, Verwaltungsgebäuden usw. Kindern Hilfe finden könnten. In Notsituationen wie auch bei kleineren Problemen oder "Wehwehchen".
Alle Einrichtungen, die das "Notinsel"-Zeichen tragen, signalisieren Kindern: "Wo wir sind, bist Du sicher, und hier wird Dir geholfen." Bis zur nächsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses soll die Verwaltung nun nähere Informationen insbesondere zu den Kosten und zur Abwicklung zusammentragen. Auf dieser Grundlage soll dann entschieden werden.
Schleunigst analysiert werden soll auch die Situation in einer ganz anderen Angelegenheit: Im Jugendhilfeausschuss wurde auf ein Konfliktpotenzial hingewiesen, dass sich im nördlichen Stadtteil Borth aufbaue; verstärkt seien dort Jugendliche anzutreffen, die nicht nur auf dem Schulhof "abhingen". Alkohol, Vandalismus und Gewalt gingen bei den durchweg 14- bis 17-Jährigen eine unheilige Allianz ein.
Alkohol, Vandalismus, Gewalt
Nach Überzeugung der Politiker und von Jugendpfleger Rainer Friedrich sei diese Gruppe nicht durch Angebote wie die des ehrenamtlich geführten Borther ToT-Heimes an der Pastor-Wilden-Straße zu erreichen: "Das muss auf anderer Ebene diskutiert werden", so Ausschuss-Vorsitzender Klaus Lang. Denn "die Jugendlichen, die uns Probleme machen, gehen nicht in das ToT-Heim", lautete auch die Einschätzung des Grünen-Vertreters Mokros. Quasi als Sofortmaßnahme habe die Verwaltung den "Jugendbus" nach Borth geschickt, hörte der Ausschuss von Jugendpfleger Friedrich.
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