Rheinberg: Ohne Erwartungen ans andere Ende der Welt
VON HENDRIK WEYERS - zuletzt aktualisiert: 28.01.2010Rheinberg (RPO). Neun Monate lang rund 20 000 Kilometer von der Familie, den Freunden und dem gewohnten Umfeld entfernt, das wäre für viele der größten Albtraum überhaupt. Jule Machens (17) aus Ossenberg hingegen ist anderer Meinung, sie freut sich auf ihre Zeit in Neuseeland und will "einfach mal gucken", wie es sich woanders leben lässt. Inzwischen ist Jule bereits geflogen, nach Te Awamutu auf der Nordinsel Neuseelands, 30 Kilometer südlich von Hamilton gelegen. Sie ist wohlauf angekommen.
Keine Angst vor neuen Sitten
Es waren Jules Eltern, die vor einigen Monaten ihr Interesse weckten. Sie zeigten ihrer Tochter Urlaubsfotos von Neuseeland, und prompt wollte sie die Kultur und die Leute dort kennenlernen. "Ich habe keine Erwartungen, aber es ist für mich jetzt noch unvorstellbar, plötzlich für neun Monate dort zu sein. Jeder hat in der ersten Zeit Heimweh, das habe ich in Gesprächen mit Ex-Austauschschülern erfahren."
Angst hat Jule nicht, zumal sie zu ihrer Gastfamilie bereits seit über zwei Monaten Kontakt per Telefon und E-Mail hat. Aber bevor sie ihre neue Familie endlich persönlich kennenlernen kann, muss die 17-Jährige erst ein dreitägiges Einführungsseminar absolvieren. In Auckland werden ihr und weiteren Austauschschülern aus Deutschland dabei einige Grundlagen näher gebracht. So lernt Jule dort unter anderem, was es besonders zu beachten gilt und welche anderen Sitten in Neuseeland gelten.
Zuvor ging die mutige Ossenbergerin in die Jahrgangsstufe elf des Rheinberger Amplonius-Gymnasiums. "In Neuseeland werde ich die zwölfte Klasse besuchen, vielleicht, weil die Neuseeländer andere Lehrpläne haben", spekuliert sie. "Man hat in der Schule ähnliche Fächer wie in Deutschland. Englisch, Mathe und das Übliche, und ich hoffe, ich kann dort Deutsch als Fremdsprache wählen." Außerdem hat Jule eine kleine Entdeckung gemacht: "Auf der Schulhomepage habe ich gesehen, dass auch Aktivitäten wie Kajakfahren angeboten werden. Das will ich auf jeden Fall ausprobieren", erzählt sie entschlossen. Ihr erstes Problem hat sie bereits gemeistert. "Man darf nur 20 bis 23 Kilo Gepäck mitnehmen, von Amerika-Austauschschülern habe ich gehört, dass man dort rund doppelt so viel Gepäck mitnehmen darf, das Packen war für mich schon eine kleine Herausforderung."
Neue Erfahrungen sammeln
Jule erhofft sich viele neue Erfahrungen und neue Bekanntschaften. "Natürlich ist mein Ziel, mich dort gut einzuleben." Aber was passiert, wenn sie ihre große Liebe in Neuseeland findet? "Da habe ich noch gar nicht drüber nachgedacht, das wäre ja sehr unpraktisch", antwortet sie lachend. Bleibt zu hoffen, dass Jule Machens wie geplant Ende September dieses Jahres wieder nach Deutschland zurückkommt.
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