Rheinberg: Persönliche Sicht der Einheit
VON UWE PLIEN UND RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Rheinberg (RPO). Vor 20 Jahren bahnte sich die deutsche Wiedervereinigung an: In Alpen erinnert man heute mit einer Matinee daran, in Rheinberg ist das Gedenken Privatsache, in der Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal hat man Sorgen.
Alpen / Rheinberg Die ersten Hürde ist genommen. Die Probe für die heute in Alpen stattfindende Matinee-Veranstaltung "Vom Glanze unseres Glücks" zum Tag der Deutschen Einheit war ein organisatorischer Kraftakt: 140 Frauen, Männer, Mädchen und Jungen trafen sich zur Generalprobe und sind nun eingenordet für das Event, das um 11 Uhr in der Katholischen Kirche St. Ulrich in Alpen beginnt.
Fünf Kirchenchöre und ein Posaunenchor aus der Gemeinde Alpen nehmen teil, es wird Musik zu hören sein, Texte zum Thema werden vorgelesen und es gibt Videoeinspielungen. Die Gesamtleitung hat Kirchenmusikerin Maria-Elisabeth Booms. Der Eintritt ist frei.
Die Mitwirkenden
Mitwirkende der heutigen Matinee in der Alpener St.-Ulrich-Kirche (Beginn: 11 Uhr) sind:
Evangelischer Kirchenchor Alpen, Evangelischer Posaunenchor Alpen sowie die katholischen Kirchenchöre Veen, Bönninghardt und Alpen. Auch die Kinderchöre aus Alpen und Veen singen mit.
Die Gesamtleitung hat Maria-Elisabeth Booms.
Montags-Demo und Mauerfall
Anschließend spendieren die Damen der Katholischen Frauengemeinschaft Alpen im Anschluss ein Gläschen Sekt vor der Kirche. Dabei wird der eine oder andere Besucher sicher schon in einer der 130 druckfrisch vorliegenden Broschüren blättern. Die sind extra für den heutigen Tag verfasst worden. Aus ganz persönlicher Sicht schildern Menschen ihre Erinnerungen an die Ereignisse im Herbst des Jahres 1989; an das Ende der DDR, die MontagsDemonstrationen, den Mauerfall und letztendlich die Zeit des Übergangs bis zur Unterzeichnung des Vereinigungsvertrags am 3. Oktober 1990. Maria-Elisabeth Booms: "Die Broschüre kann man ab sofort auch kaufen."
Offizielles Gedenken – Fehlanzeige
In Rheinberg ist heute der "Tag der Deutschen Einheit Privatsache. Offizielles Gedenken – Fehlanzeige. Rat und Verwaltungsspitze sind zur Abschlussfahrt am Ende der Legislaturperiode in die Partnerstadt gefahren – nach Montreuil-sur-Mer im Norden Frankreichs. Rheinbergs zweite Partnerstadt liegt in Sachsen. Doch auch dort stand den Menschen gestern nicht der Sinn nach Feiern: Für den heutigen 3. Oktober hat sich nämlich ein "Aktionsbündnis gegen rechts" angekündigt und will einen Demonstrationszug durch die ganze Stadt veranstalten. Nicht, dass die Rechten in der Stadt am Fuße des Erzgebirges bislang ein Thema gewesen wären. Nun allerdings befürchten die Hohenstein-Ernstthaler, dass just die Demo gegen Rechts die Rechten auf den Plan und in ihren Ort holen könnte.
Die Deutsche Einheit haben Rheinbergs Städtepartner übrigens nicht aus den Augen verloren. Mit einer "Friedenswoche" vom 9. bis zum 15. November wird Hohenstein-Ernstthal der friedliche Revolution vor 20 Jahren gedenken. U.a. mit Zeitzeugen-Berichten, Lesungen, Podiumsdiskussion, Politkabarett und Konzert – sicherlich auch für Rheinberger eine interessante Erfahrung.
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