Rheinberg: Platz für 22 000 Tonnen Kies
VON NICOLE MAIBUSCH - zuletzt aktualisiert: 10.07.2008Rheinberg (RPO). 17-Millionen-Investition: Am Milchplatz bei Eversael baute Hülskens eine High-tech-Anlage zur Förderung und Aufbereitung von Sand und Kies. Jetzt beginnt die planmäßige Produktion.
Auf gut 1300 Metern ziehen sich riesige Förderer durch das Kieswerk am Milchplatz in Eversael. Die mächtigen Transportbänder prägen das Bild am idyllischen Rheinbogen ebenso wie die zwölf großen Silos. Stündlich werden hier künftig rund 800 Tonnen Kiessand aufbereitet – das macht pro Jahr satte zwei Millionen Tonnen. Den ersten Probelauf hat die Anlage erfolgreich absolviert. In den nächsten Tagen läuft die planmäßige Produktion an.
Später Auenlandschaft
Kaum zu glauben: Bis 2025 soll an genau dieser Stelle auf insgesamt 500 Hektar eine Auenlandschaft entstehen. Renaturierung heißt das Zauberwort. Doch wo sich zukünftig Flora und Fauna ihren Raum zurückerobern sollen, herrscht heute High-Tech. Mit einem Investitionsvolumen von 17 Millionen Euro hat die Firma Hülskens GmbH hier in 15-monatiger Bauzeit ein Kieswerk mit modernster Technik erbaut. „In der Lage und Kapazität ist diese Anlage sicher einzigartig“, ist sich Jörg Hüting, Geschäftsführer der Hülskens GmbH, sicher. Nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen habe sich das Unternehmen zu diesem Schritt entschieden, erläutert Hüting: Die Technik der beiden Schwimmbagger mit integrierter Aufbereitungsanlage habe nicht mehr die Produktqualität gewährleisten können, die die Kunden abgefragt haben. „Deshalb haben wir uns für eine stationäre Aufbereitung entschieden“, erläutert Dr. Rudolf Koß, Geschäftsführer der Firma Hülskens. So kann der Sand in unterschiedlichen Körnungsgrößen und Qualitätsstufen vorgehalten werden. Rund 22 000 Tonnen – so viel passt in die Silos. Von dort wird das Material abgezogen und per Schiff abgefahren.
Offene Türen
Mit einem Tag der offenen Tür stellt die Firma Hülskens am Samstag, 13. September, von 11 bis 18 Uhr, das Kieswerk (Milchplatz) am Orsoyer Rheinbogen bei Eversael interessierten Bürgern vor. Damit möchte sich das Unternehmen nicht zuletzt bei den Anwohnern bedanken.
Sie mussten während der Bauphase mit Unannehmlichkeiten leben mussten.
150 Hektar zur Auskiesung
Auf rund 150 Hektar wird in den nächsten Jahren noch ausgekiest. Doch das Areal, das jetzt noch ausschaut wie eine Cross-Strecke für Monster-Trucks, wird im Rahmen des Hochwasserschutzkonzeptes nach und nach renaturiert. Allerdings nicht mit Blümchen und Beeten. Die Firma Hülskens schafft die Rahmenbedingungen, den Rest ordnet die Natur selbst. Schon jetzt gibt es übrigens Gäste, die das „Projekt mit Modellcharakter“, so Jörg Hüting, aus nächster Nähe betrachten: Zwischen Lkw, Baggern und Förderbändern haben Gänse und Reiher Quartier bezogen.
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