Rheinberg: Polymer-Synthese meldet Kurzarbeit an
VON JESSICA RÖSNER - zuletzt aktualisiert: 01.08.2009Rheinberg (RPO). ORSOY Der eine oder andere mag sich schon mal gefragt haben, wie in den Flugzeugen die Müllmengen der Passagiere bewältigt werden können. Die Lösung dafür heißt "Trash Compactor Box" und wurde in der Polymer-Synthese-Werk GmbH in Orsoy entwickelt. 1951 in Mülheim an der Ruhr gegründet und seit 1962 in Orsoy ansässig, spezialisierte sich das Familienunternehmen zunächst auf die Herstellung von Verpackungsmaterialien aus Polyolefine.
"Diese Kunststoffart ist nicht nur widerstandsfähig, sondern auch sehr flexibel. Die Firma reagierte damals auf den Bedarf zahlreicher Industriezweige, die lange Zeit zum umschlagen und einpacken vormals Papier verwendet hatten", so Geschäftsführer Axel Klaus. Dieser öffnete gestern für Landratskandidat Ralf Berensmeier (CDU) und für CDU-Bundestagskandidatin Sabine Weiss die Türen seiner 6000 Quadratmeter großen Lagerhallen. Sie informierten sich gemeinsam mit örtlichen CDU-Vertretern über seine Produkte, die Herstellung und die wirtschaftliche Situation. 29 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren Folien, Beutel und Säcke in den verschiedensten Größen, angepasst auf die Anforderung des Kunden. "In den 80ern wurde z.B. die Landwirtschaft auf uns aufmerksam, ihr Produkt musste besonders Witterungsunempfindlich sein", berichtete Klaus.
Luftfahrtunternehmen lernten die robusten Müllbeutel schnell zu schätzen, allerdings nahm die Ansammlung der Abfälle zunächst den Platz mehrerer Toilettenkabinen ein. "Wir nahmen uns des Problems an und steckten sieben Jahre in die Entwicklung einer speziellen Box", so Klaus weiter, "diese hatte 1995 ihren ersten Jungfernflug nach Florida in einer Boeing 747".
Der unscheinbare Karton nimmt durch eine raffinierte Falttechnik zunächst wenig Platz ein und wird nach dem ausklappen in den "Trash Compactor" gesetzt. In der Metallbox wird der Karton mit einer Hebelfunktion zusammengedrückt, 25 Kilogramm Müll können so zusammengepresst werden. Dank der Hülle aus Plastikfolie dringen spitze Teil nicht durch, an der stabilen Lasche kann der schwere Abfallklotz handlich hinausbefördert werden.
Trotz stetiger neuer Entwicklungen hat auch dieses Unternehmen mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen: "Wir haben 60 Prozent an Auftragseinbrüchen und mussten in diesem Monat Kurzarbeit beantragen", so der Geschäftsführer bei gestrigen Besuch.
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