Rheinberg: Rheinbergs Radler obenauf
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 17.11.2011Rheinberg (RP). Im Evangelischen Gemeindezentrum Grote Gert in Rheinberg fand die Siegerehrung im bundesweiten Wettbewerb Stadtradeln statt. Die Stadt Rheinberg war in mehreren Kategorien siegreich.
Nur acht Tage, nachdem NRW-Minister Johannes Remmel Rheinberg in Alpsray als "Hauptstadt der Energiesparer" tituliert hatte, legte Ulrike Janssen, Klima-Bündnis-Geschäftsführerin, gestern im Evangelischen Gemeindezentrum nach. Sie ernannte Rheinberg nun auch zur "Hauptstadt des Stadtradelns". Am Annaberg fand gestern die Siegerehrung des diesjährigen Bundeswettbewerbs "Stadtradeln" statt.
Diesmal "nur" Platz fünf
Diesmal belegten die Rheinberger nach dem Sieg 2009 in der Kategorie "Fahrradaktivste Stadt mit den meisten Radkilometern" und dem zweiten Platz 2010 zwar "nur" Platz fünf, hatten aber trotzdem ein paar Trümpfe in der Hand – und am Ende auch einige Sieger auf dem Treppchen.
Platz zwei für Görgen
Die Budbergerin Astrid Görgen ist Radfahrerin aus Passion: Jeden Tag fährt die 46-Jährige insgesamt 45 Kilometer hin und zurück zur Arbeitsstelle.
Beim Stadtradel-Wettbewerb war sie eine der Botschafter und holte in der Kategorie "Stadtradler mit den meisten Radkilometern" den zweiten Platz auf Bundesebene. Sie kam in drei Wochen auf 1698 Kilometer.
So galt es zunächst Astrid Görgen für "Silber" in der Einzelwertung zu feiern (siehe "Info"). Sieger wurde Ümit Erkan-Lieth aus Wipperfürth mit 1771 Kilometern. Dann freute man sich darüber, dass die Stadt in der Sparte "Kommune mit den meisten Radkilometern pro Einwohner" (durchschnittlich 7,69 in drei Wochen erfahrene Kilometer) auf Platz 1 landete.
Ebenfalls ein erster Preis wurde den Ratsmitgliedern im Feld "Kommune mit dem fahrradaktivsten Parlament" verliehen. Hier sammelten 24 von 45 Stadtverordnete in der Radelzeit 2156,8 Kilometer. Ein besonderer Applaus galt den Schülern und Schülerinnen der Klasse 7d, die am Amplonius-Gymnasium die Schulklasse mit den meisten Kilometern geworden war (3800); das Gymnasium wiederum hatte in Rheinberg den dicksten Kilometer-Batzen als Team geliefert.
Fast vier Millionen Kilometer
60 deutsche Kommunen hatten sich diesmal an der Aktion "Stadtradeln" beteiligt und das Ziel verfolgt, möglichst viel CO2 zu vermeiden. Am 1. Juni waren die Würzburger als erste gestartet. Insgesamt machten diesmal 20 000 Radler mit, sie erstrampelten 3 957 053 Kilometer. "Das sind 100 Erdumrundungen", rechnete Ulrike Janssen. 600 Tonnen CO2 wären in Umlauf geraten, wenn diese Strecke mit dem Auto gefahren worden wäre.
Der Einladung nach Rheinberg waren Teilnehmer aus Koblenz, Dresden, Moosburg an der Isar, Weßling bei München und Meldorf im Holsteinischen gefolgt. Plötzlich hatte die von Rheinberg Jahr für Jahr gejagte Konkurrenz ein Gesicht. Ina Helzig vom Dresdener Klimaschutzbüro, Gerhard Sailer, Ehrenamtlicher aus Weßling, und Stefan Zier vom Agenda-Büro in Meldorf schilderten ihre Erfahrungen mit dem Wettbewerb.
Für Rheinberg übernahm der unermüdliche Antreiber Jens Harnack aus dem Stadthaus diesen Part. Er konnte bereits bekanntgeben, dass der ebenfalls anwesende Bürgermeister Hans-Theo Mennicken signalisiert habe, auch für den Fall Mittel zur Verfügung zu stellen, wenn das "Stadtradeln" ggf. ab 2013 nicht mehr gefördert werden sollte. Auch dafür gab es Applaus.
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