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Rheinberg: Richterspruch fällt milde aus

VON BEATE WYGLENDA - zuletzt aktualisiert: 05.11.2010

Rheinberg (RPO). Ein 19- und ein 17-Jähriger sollen auf dem Wallacher Schulhof Kinder drangsaliert haben. U.a. sollen sie Kinder gezwungen haben, mit Kettcars Autos zu rammen. Eine Mutter gab an, einer der beiden Männer habe sie bedroht.

Gewissenskonflikte entbinden gläubige Menschen nicht unbedingt von beruflichen Aufgaben, entschied das Freiburger Arbeitsgericht.  Foto: ddp, ddp
Gewissenskonflikte entbinden gläubige Menschen nicht unbedingt von beruflichen Aufgaben, entschied das Freiburger Arbeitsgericht. Foto: ddp, ddp

Das Urteil für einen 19- und einen 17-jährigen fiel milde aus. Der ältere der beiden wurde am Donnerstag lediglich zu einer Geldstrafe von 150 Euro verurteilt. Der jüngere muss 200 Euro zahlen und bekommt zwei Wochenende Jugendarrest, da er bereits mehrmals strafrechtlich auffällig geworden ist.

"Die Sachlage ist schwierig aufzuschlüsseln", begründete der Richter nach den Zeugenaussagen. Die beiden Jugendlichen wurden beschuldigt, am 29. April dieses Jahres auf dem Schulhof der Wallacher Grundschule sechs Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren drangsaliert zu haben. Sie hätten diese gezwungen, sich gegenseitig in ihre Kettcars zu fahren sowie Autos zu rammen. Außerdem sollen sie mit eigenen Autos im Kreis um die Kinder gefahren sein, so dass diese große Angst bekamen. der 17-Jährige soll die Mutter eines der beteiligten Kinder mit einer Kette bedroht haben.

Info

Amtsgericht Wesel

Verhandelt wurde am Donnerstag vor dem Amtsgericht Wesel, weil einige der Beteiligten aus Ginderich stammen.

Die Angeklagten bestritten die Anschuldigungen. Zwar seien sie auf dem Schulhof gewesen, so der 19-Jährige, doch hätten sie die Kinder nicht schikaniert. Alles sei freiwillig geschehen, mit anderen Jugendlichen hätten sie die Szenen nur beobachtet und darüber gelacht. "Dadurch fühlten sich die Kinder wohl angespornt", meinte der ältere Angeklagte. Eines der Kinder habe er sogar ermahnt. "Ich habe gesagt, er solle das sein lassen", betonte der Beschuldigte.

Das bestätigte auch eine 19-jährige Zeugin. Von Angst hätte sie bei den Kindern nichts gespürt: "Der Junge hat gelacht, als er gegen das Auto gefahren ist." Eine weitere Zeugin (16) kannte sogar zwei der Kinder. Sie hätte mit diesen geredet, gespielt und sei selbst mit einem der Kettcars gefahren. Auch sie betonte, die Kinder hätten Spaß gehabt. Ebenso wüsste sie nichts von einer Kette.

Das schilderten die betroffene Mutter und deren neunjährige Tochter anders. Das Mädchen habe seine Mutter weinend angerufen. Als die Mutter zum Schulhof kam, fühlte sie sich von dem 19-Jährigen bedroht. Sein Freund soll mit einer Kette schwingend auf sie zugekommen sein. Sie forderte die Jugendlichen auf, den Schulhof zu verlassen, woraufhin es eine Diskussion gab. Das gaben die Jugendlichen zu, bestritten aber, die Frau bedroht zu haben.

Quelle: RP

 
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