Alpen: Seit zehn Jahren auf Tour
VON JESSICA RÖSNER - zuletzt aktualisiert: 28.12.2009Alpen (RPO). Der Bürgerbus Alpen hat sich bewährt und rollt auch weiterhin zwischen Alpen, Bönninghardt, Veen und dem Xantener Krankenhaus. Dafür sorgen 38 ehrenamtliche Fahrer. 2010 geht Bus Nummer drei an den Start.
"Eine Fahrt bitte", sagt Alexander Schwarz und drückt Fahrer Werner Esselborn 50 Cent in die Hand. Der Zwölfjährige setzt sich auf einen der acht Plätze des Kleinbusses. "Ich fahre regelmäßig mit dem Bürgerbus", so der Veener, "ich finde es gut, dass es dieses Angebot gibt, sonst müsste ich gebracht werden und für das Radfahren ist das Wetter meist zu schlecht."
Viele Alpener denken ähnlich, denn das Konzept des vor zehn Jahren gegründeten Bürgerbus-Vereins hat sich bewährt. 38 Ehrenamtliche machen die Verkehrsanbindung zwischen Alpen, Bönninghardt, Veen und dem Xantener Krankenhaus möglich.
Fahrer gesucht
Der Alpener Bürgerbusverein ist auf der Suche nach weiteren ehrenamtlichen Fahrern.
Nach einer arbeitsmedizinischen Untersuchung und dem Erhalt eines Gesundheitszeugnisses, gibt es eine Einweisung bei der NIAG bis zum Erwerb des Personenbeförderungsscheins.
Kontakt: Hans-Dieter van Gelder, Tel. 02802 912210.
Von acht bis 18.30 Uhr sind die vier Fahrerinnen und die 34 Fahrer abwechselnd im Einsatz, einige von ihnen kommen sogar aus Menzelen oder Drüpt. "Uns verbindet der Einsatz für die Gemeinde und unsere Mitbürger", so Jan Höpfner, der seit sechs Jahren regelmäßig hinter dem Steuer sitzt und vor fünf Jahren Vereinsvorsitzender wurde.
Mehr als 40 Passagiere pro Tag
40 bis 60 Leute steigen täglich in den Mercedes Sprinter ein, bei dem nur die Sitze an die großen Verkehrsbusse erinnern, über 110 000 Bürger sind inzwischen damit gefahren, 640 000 Kilometer wurden zurück gelegt.
"Im nächsten Jahr gibt es den dritten neuen Bus", so Höpfner, die alten Busse dienen als Reservebusse. Mit Zuschüssen fördern der Kreis und die NIAG die Anschaffung der Busse, die Gemeinde steuert jährlich bis zu 3500 Euro bei, denn die Fahrkosteneinnahmen decken nicht alle entstehenden Kosten.
Seit zehn Jahren zahlen Erwachsene einen Euro und Kinder 50 Cent pro Fahrt, Schwerbehinderte fahren kostenlos mit. "Es sollte sozial bleiben", so Höpfner und sieht damit erstmal von einer Erhöhung ab. Unvorhersehbare Kosten sind bisher nicht entstanden, denn die Fahrten blieben unfallfrei. "Wir fahren immer noch mit unseren ersten Außenspiegeln", erzählt Vorsitzender Höpfner schmunzelnd.
Auch Karina Brams aus Bönninghardt pendelt regelmäßig mit dem Bürgerbus, da sie im Haus Sebastian in Veen ihre Ausbildung macht, "so muss ich nicht für ein Auto sparen", sagt die 20-Jährige.
Viele kennt man persönlich
Jan Höpfner hat als Fahrer schon viel erlebt und möchte die Zeit nicht missen: "Viele Leute kennt man inzwischen persönlich", erzählt er. "Da fährt man auch schon mal ein paar Meter weiter bis zur Haustür, wenn es schwere Taschen zu tragen gibt, zudem lassen wir niemanden stehen, wenn der Platz nicht reicht, drehen wir halt noch mal um."
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