Rheinberg: Stühle und tanzende Steine
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 13.05.2008Rheinberg (RPO). Beim 8. Kunstcocktail über Pfingsten wurde so manches „kunst(voll) in den Teich gesetzt“ – und fesselte Kunstfreunde wie überraschte Spaziergänger am Lohheider See gleichermaßen.
Humor ist wenn man trotzdem lacht. Beim Kunstcocktail im vorigen Jahr gingen die Künstler der Kulturinitiative Baerl-Vierbaum-Kreativ mit ihrem geplanten Brückenbauwerk im Lohheider See sprichwörtlich baden. Aus der gescheiterten Aktion wurde das Motto „Kunst(voll) in den Teich gesetzt“, mit dem der 8. Kunstcocktail am Pfingstwochenende viele Kunstinteressierte bei sommerlichen Temperaturen ins Grüne lockte.
Mit ihrer schwimmenden Installation hatten die Kreativen diesmal mehr Glück. In Höhe des Restaurants „Bähner am See“ reckten „Röhrengeister“ ihre langen Hälse aus dem Wasser. Die aus Styropor und Teppichrohren gefertigten Figuren erinnerten entfernt an auf dem See tanzende, weiß gestrichene Riesen-Streichhölzer.
Atelierhaus erhalten
Wie jedes Jahr spendeten alle Künstler ein Werk für die Kunstversteigerung am Sonntagnachmittag.
Die Kulturinitiative Baerl-Vierbaum-Kreativ wurde 2001 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Künstlern aus der Region.
Die „Initiative für den Erhalt des Atelierhauses Baerl“ (IEAB) warb beim Kunstcocktail für ihr Anliegen.
Treffpunkt Liegewiese
Haupttreffpunkt der Künstler war wie immer die Liegewiese am Schlotweg, wo die meisten der rund 40 Aussteller ihre Arbeiten in der Landschaft platziert hatten. „Eigentlich ist es unser Ziel, dass die teilnehmenden Künstler das jeweilige Motto aufgreifen“, sagte Barbara Lübbehusen. Die Bildhauerin hatte zwei „tanzende Steine“ auf Stangen in den See gesetzt. Die Skulpturen aus Sandstein imitierten mit ihren geschwungenen Formen tanzende Bewegungen und ließen sich in alle Richtungen drehen. Die anderen Künstler blieben mit ihren Werken lieber auf dem Trockenen und freuten sich über das sonnige Wetter, nachdem sie in den Vorjahren häufig mit Wind und Regen zu kämpfen hatten.
Susanne Baukloh nahm zum zweiten Mal an der Open-Air-Ausstellung teil. Die Oberhausenerin zeigte überwiegend Landschaftsmalerei, ganz klassisch-naturalistisch in Öl. Auch Annegret Wagner betreibt ihr Hobby schon seit vielen Jahren. „Anfangs habe ich ganz traditionelle Patchwork-Decken und Wandbehänge genäht. In der letzten Zeit sind es mehr moderne Sachen“, berichtete die Baerlerin.
Den öffentlichen Raum nutzen
Ruth Starringers „Tibetische Fahnen“ und Objekte aus Treppenrostgittern und bemaltem Holz machen sich dagegen gut im Garten. „Meist habe ich eine Idee und suche dann nach Materialien. Mit Restprodukten aus dem Nichts etwas gestalten, darauf lege ich Wert“, sagte die Künstlerin aus Orsoy, die erstmals auch Malerei aus Pigmentstaub und Öl ausstellte. Auch im Atelier Schöps waren viele Kunstwerke zu sehen.
Anliegen der jährlichen Aktion ist es, den öffentlichen Raum künstlerisch zu nutzen. Neben Bildender Kunst gab es Live-Musik mit „Thora Blue“ (Duisburg) und den Trommlern des Duisburger Tanzateliers Shakti. Auch der Moerser Performance-Künstlers Johannes Terbach war wieder mit von der Partie.
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