Rheinberg: Und ich luge nicht wenn ich sage . . .
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 21.04.2008Rheinberg (RPO). Durch den Magenbitter Underberg kennt man den Spruch „Semper Idem“ in Rheinberg: „Immer dasselbe“ bedeuten die beiden Worte. Wollte man der Musik-Comedy-Truppe Böses, heftete man ihnen dieses „Semper Idem“ ans Revers. Denn ihr Auftritt vor rund 500 „ausgeflippsten“ Fans in der Stadthalle unterschied sich nur marginal von den dreien oder vieren früherer Jahre: Die Geschichte ist die gleiche, Der Witz auch. Das Erstaunliche aber ist: Man lacht sich immer wieder aufs Neue scheckig über diese schräge Musiker-Familie Popolski. Weil sie eine geniale Truppe sind. Und ganz nebenbei auch noch hervorragende Musiker.
Aus dem polnischen Zabrze
Die Geschichte dürfte inzwischen bekannt sein: „The Pops“ spielen die Musiker-Familie Popolski aus dem polnischen Zabrze. Ihre Mission starteten sie, weil die biederen Pullunderträger und „chackedichten“ Wuttka-Trinker zwar angeblich nahezu alle Pop-Hits der Musikgeschichte geschrieben haben, korrupte Manager sie ihnen aber „nach der Strich und nach der Faden“ weggeschnappt haben. So bereicherten sich andere und die Polen blieben arm. Nun aber rechnen die Popolskis ab.
Ihr Sprecher ist Pavel Popolski, (Achim Hagemann, durch seine Zusammenarbeit mit Hape Kerkeling bekannt), der älteste Bruder. Der Drummer der Band moderiert die Show und reißt einen Joke nach dem anderen. Meistens eingeleitet mit der Floskel „...und ich luge nicht, wenn ich sage“. Einfach köstlich dieser Humor. Das finden übrigens auch viele echte Polen, die sich von den Pops keinesfalls auf den beigenbraunen Schlips mit Rautenmuster getreten fühlen.
Opa war als erster auf dem Mond
Und um was man die Popolskis alles betrogen hat: Ihr Opa war als erster auf dem Mond und hisste die weiß-rote Flagge bereits, bevor die Amerikaner kamen. Vor allem aber geht es um Musik: Von „We will rocka you“ in der Duff-Duff-Tschick-Plattenbausiedlungs-Version bis hin zum unglaublich verjazzten „Schöne Maid“, vorgetragen von dem Gourmet-Sänger Danusz Popolski (Daniel Basso), reihen sich die Kuriositäten aneinander. Die Pops kriegen es sogar hin, aus dem Disco-Kracher „Crying in the Discothek“ eine herzzerreißende Ballade zu machen. „Für der Opa“, wie Pavel erzählte. Weil der damals im Zloty-Palast in Zabrze so melancholisch wurde.
„Der zauberhafte historische Stadthalle von Rheinberg“ hat der Comedy-Band übrigens super gefallen. Von einer Vorliebe für Underberg war trotz „Semper Idem“ keine Rede. Getrunken wurde ausschließlich „Wuttka“. Und wie es sich für ein richtiges Pops-Konzert gehört, wurde der auch ans Publikum ausgeteilt. Nastrovska!
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