Rheinberg: Uwe Friedrichsen: „Gute Kunst wird mit Gefühl geschaffen“
VON CORNELIA KRSAK - zuletzt aktualisiert: 04.12.2007Rheinberg (RPO). Als Fernseh- und Theaterschauspieler ist Uwe Friedrichsen seit Jahrzehnten einem großen Publikum bekannt. Dass er auch leidenschaftlicher Kunstsammler ist, weiß man spätestens seit seinem Überraschungsbesuch bei der Eröffnung der Kunsthalle Rheinberg an der Orsoyer Straße. Friedrichsen reiste zur Vernissage an, um seinen langjährigen Freund, den Moerser Künstler Horst Inderbieten, mit einer Laudatio zu ehren.
Inderbietens Werk steht im Zentrum der Ausstellung, an der noch fünf weitere Künstler teilnehmen. „Die Kunst von Horst Inderbieten war für mich auf Anhieb etwas ganz Besonderes, Seltenes und Kostbares“, betonte Friedrichsen. Inderbieten habe ihn mit seiner Kompetenz, Menschlichkeit und Bescheidenheit beeindruckt. „Gute Kunst wird mit Gefühl geschaffen“, so Friedrichsen. Als Kunstliebhaber habe er stets versucht, sich die ursprüngliche Naivität des Anfängers zu bewahren. Ein gutes Bild berge ein Geheimnis. Je länger es dies erhalte, desto besser und faszinierender sei es, erklärte Friedrichsen.
Von Kurt Tucholsky
Zur Freude der anwesenden Gäste schlüpfte er in die Rolle des Schauspielers, als er mehrere humorvolle Geschichten seines Lieblingsdichters Kurt Tucholsky mit Witz und Temperament rezitierte. Der literarische Vortrag war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was die Besucher der Galerie künftig erwartet. „Wir möchten das Haus mit Kunst im engeren und im weiteren Sinne beleben“, sagte Ute Dormis, die die Kunsthalle gemeinsam mit ihrem Sohn Cornelius führt. Im vierwöchigen Zyklus sollen Veranstaltungen mit bildender und darstellender Kunst, Literatur, Musik oder sogar Kochkunst angeboten werden. „Ich hoffe, dass dieses Angebot viele Menschen locken wird“, sagte Bürgermeister Hans-Theo Mennicken und gab Einblicke in seinen ganz persönlichen Bezug zu den Räumlichkeiten der neuen Galerie. Er sei im Haus schräg gegenüber geboren, direkt über der Gaststätte Gardemann. Die Bereicherung des Kulturangebotes durch die Kunsthalle Rheinberg begrüßte Mennicken als weiteren Schritt im Bemühen der Stadt, sich gegenüber anderen Kulturzentren zu behaupten und besondere Nischen zu schaffen.
Industrielandschaften
Im Mittelpunkt der Vernissage standen Kunst und Kunstschaffende. Horst Inderbieten zeigt „Industrielandschaften“ in einer abstrahierten Formensprache mit kubischen Formen, Raumfluchten und zuweilen bedrohlich kippenden Flächen. Die Arbeiten von Evangelos Koukouwitakis thematisieren die Manipulierbarkeit der Fotografie.
Roger Löcherbachs rustikale Holzskulpturen treten dem Ausstellungsbesucher in Lebensgröße gegenüber, während die Gips- und Glasplastiken von Christine Netishen filigran und unnahbar wirken. Claudia Sper arbeitet mit Fundstücken und Materialien wie Metall, Holz, Fell, Blei, Glas oder Lehm. Sabine Trowe stellt Objekte aus selbstgeschöpftem Papier vor.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
