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Rheinberg: Veener Bauern: Tierschutz nicht überziehen

VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 02.02.2012

Rheinberg (RP). Die Veener Bauern und die Grünen – zwischen diesen beiden Gruppen (es mag Ausnahmen geben) wird wohl keine innige Freundschaft mehr entstehen.

Karl-Heinz Ricken (re.), Vorsitzender der Veener Ortsbauernschaft, ehrte Willi Winnekens-Müller für mehr als 50 Jahre Engagement im Ortsverband.  Foto:  Ost
Karl-Heinz Ricken (re.), Vorsitzender der Veener Ortsbauernschaft, ehrte Willi Winnekens-Müller für mehr als 50 Jahre Engagement im Ortsverband. Foto: Ost

"Bärbel Höhn war schon schlimm, aber Johannes Remmel ist schlimmer", sagt der Vorsitzende der Ortsbauernschaft Veen, Karl-Heinz Ricken, und verweist auf die Kritik vieler Landwirte an dem im vergangenen Jahr vom nordrhein-westfälischen Kabinett vorgelegten Gesetzesentwurf zum Verbandsklagerecht für Tierschutzvereine.

NRW-Verbraucherschutzminister Remmel hat dies vorangetrieben und spricht von einem "Meilenstein zur Stärkung der Tierrechte in Nordrhein-Westfalen". "Denn Tiere können sich nicht wehren und erstmals wird ein gleichwertiger Rechtsschutz zwischen Tiernutzern und Tieren hergestellt. Bisher konnte nicht gegen ein Zuwenig an Tierschutz geklagt werden, gegen ein Zuviel aber schon. Tierschutz hat Verfassungsrang, und Tiere, die unter ihren Haltungsbedingungen leiden, benötigen einen gleichgestellten Rechtsschutz, den wir mit dem Verbandsklagerecht nun einführen werden", so der Minister.

In großer Besorgnis

"Wir sind deswegen in großer Besorgnis", betont Karl-Heinz Ricken, der wie viele seiner Berufskollegen befürchtet, dass künftig Naturschutzverbände "bei jedem Stall, der gebaut wird, ein Mitspracherecht haben. Dabei gehen die Landwirte verantwortungsvoll mit ihren Tieren um".

Das Problem sei, dass vielfach kaum noch zwischen Haus- und Nutztieren unterschieden werde und viele Tierschützer die Haltung von Nutztieren aus dem Blickwinkel eines Zoobesuchers haben. Ricken: "Man kann Nutztiere nicht mit Haustieren gleichsetzen und für jedes Schwein ein Wohnzimmer als Stall bauen. Das geht nicht, wenn die Kunden von der Landwirtschaft erwarten, "Fleisch für zwei Euro pro Kilo kaufen zu können". Die Veener Ortsbauern seien "in heller Aufregung" wegen dieses Themas. Grundsätzlich versperrten sie sich allerdings nicht einem konstruktiven Dialog.

Wasser- und Bodenverband

Bei der wiederum gut besuchten Winterversammlung der Ortsbauernschaft Veen im Saal der Gaststätte Terlinden informierten mehrere Referenten zu aktuellen Themen aus dem Agrarbereich.

So berichtete Johannes Paaßen vom Wasser- und Bodenverband über die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Die Veener haben nach wie vor einen eigenständigen Wasser- und Bodenverband, der eng und gut mit dem Wasser- und Bodenverband Kervenheimer Mühlenfleuth zusammenarbeitet.

Die Besonderheit in Veen ist, dass dort alle 33 Kilometer Gräben ausschließlich der Entwässerung dienen. Wichtig sei, dass dort Abstände in ausreichendem Maße gewährleistet werden, denn sonst drohe Veen "abzusaufen".

Quelle: RP


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