Rheinberg: Vorwürfe gegen die Messe
VON RAINER KAUSSEN - zuletzt aktualisiert: 17.02.2011Rheinberg (RPO). Willi Breidenbach, Veranstalter unter anderem der "Modellbau West", kündigte gestern den vollständigen Rückzug vom Standort Rheinberg an.
Die "Modellbau West" war ein Zugpferd im Jahresprogramm der Messe Niederrhein – trotzdem wird es keine Neuauflage geben. Sie ist ebenso abgesagt wie die "German Rail" und drei weitere Spielzeugmärkte. Organisator Willi Breidenbach von der "Ochtruper Veranstaltungs GmbH" kündigte gestern im Gespräch mit der Rheinischen Post den vollständigen Rückzug seines Unternehmens vom Standort Rheinberg an.
Unprofessionell
Als Grund nannte Breidenbach bittere Erfahrungen, die er bei bzw. nach der Modellbau West im November 2010 habe sammeln müssen: "Dass die Messe Niederrhein ihren Namen zu Unrecht trägt, weiß mittlerweile eigentlich jeder. Eine Absteige ist lange noch kein Grand Hotel, auch wenn man's vorne dran schreiben kann". Breidenbach zu Details: An einem lauschigen Freitag habe man sich bei der Messe entschlossen, für den "Abenteuer-Geländeparkplatz" Parkgebühren zu erheben. Breidenbach: Das sei völlig unprofessionell, "am Sonntag, zur Veranstaltung des Flohmarktes einer Fremdfirma, stauten sich die Autos über eine Distanz von zwei Kilometern bis hin zur Autobahn. Die Polizei musste kräftig eingreifen."
Messe kontert
Von der Messe Niederrhein wird die Kritik Breidenbachs klar zurück gewiesen.
Auf Anfrage der RP argumentierte ein Vertreter der Messe gestern, das Veranstaltungskonzept der "Ochtruper Veranstaltungs GmbH" sei gescheitert. Die Besucherzahlen zeigten dies.
Die Messe habe offene Forderungen gegen die Gesellschaft und werde sich auch durch deren Gang an die Öffentlichkeit nicht hindern lassen, diese gerichtlich geltend zu machen.
Nach der Modellbaumesse im November sei man besonders dreist gewesen, so der Veranstalter: "Wegen des starken Regens an diesem Wochenende lief Wasser an allen Ecken und Kanten vom Dach in die Hallen und beschädigte großflächig Ware und Verpackungen. Bis zu drei Aushilfen – dort Haus- Techniker genannt – bemühten sich redlich, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Später stellte man in der Nebenkostenabrechnung 137 Arbeitsstunden für diese Aushilfen in Rechnung. Sie schlugen mit gesalzenen 6675 Euro inklusive Steuern zu Buche." "Doch damit nicht genug des Possenspieles", erklärt der OV GmbH-Chef. Reinigungskosten waren kurz nach der Veranstaltung mit zirka 1550 Euro avisiert worden. In der endgültigen Abrechnung verlangt man 3000 Euro. Sogar für den durch die Messe selbst bewirtschafteten Parkplatz sollten 135 Euro Reinigungskosten gezahlt werden. Weitere 532 Euro Personalkosten für Wach- & Schließdienst habe man ebenfalls in Rechnung gestellt. Im Mietvertrag der Messe Niederrhein sei darüber nichts vereinbart gewesen. "Bei der Messe Niederrhein liegen offensichtlich auch noch andere Dinge im Argen", hebt Breidenbach hervor. Der Besucherparkplatz sei "schon eine Zumutung. Wer sich allerdings bereits darüber beschwere, habe den Ausstellerparkplatz noch nicht benutzt. Nahezu unbeleuchtet, mit zehn Zentimeter tiefen Pfützen und mittleren Steinbröckchen gespickt", sei er der Alptraum eines jeden Ausstellers.
Pfützen und Steinbröckchen
Und es sei äußerst bedenklich, dass in unregelmäßigen Abständen der Hallenboden durch Bergschäden aufreiße, um sich dann bis zu 15 Zentimeter hoch aufzuwölben, "geschehen und gesehen vor der Messe ,German Rail' im Juni 2010".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
