Rheinberg: Wieder Orgelklänge in St. Peter
VON JESSICA RÖSNER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009Rheinberg (RPO). Am 1. Advent wird das grandiose Instrument in der Kirche am Großen Markt eingeweiht. Die ganze Gemeinde freut sich auf das Erlebnis, dem neuen Klang im Kirchenraum lauschen zu dürfen.
Sonntag ist es soweit: Die neue Orgel in der St. Peter Kirche wird eingeweiht. Kirchenmusikerin Annegret Peters konnte sie am vorigen Freitag zum ersten Mal richtig ausprobieren: "Ein unbeschreibliches Gefühl", so Peters.
"Jede Orgel ist ein Unikat, da braucht es erstmal viele Stunden, um sich an die Position der Pedale und die verschiedenen Klänge zu gewöhnen, man muss immer wieder lauschen, wie die Töne im Kirchenraum klingen."
Unbeschreiblich
Drei Jahre ist sind seit dem Beschluss von Seelsorgeteam und Pfarrgemeinderat vergangen, eine neue Orgel zu kaufen – das Instrument aus den 60ern erzeugte zum Teil Misstöne, manche Töne fielen gar ganz aus. "Unabhängige Sachverständige rieten uns zu einer neuen Orgel", so Pastor Wolfgang Schmitz. 250 000 Euro waren zunächst veranschlagt.
Die neue Orgel
Sieben Tonnen wiegt die neue Orgel. Ausgestattet ist sie mit 21 Registern und 1411 Pfeifen.
Gestern wurde das Instrument vom Orgelsachverständigen Ulrich Grimpe abgenommen.
Nach der Ausschreibung erhielt die Firma Josef Weimbs aus Hellenthal den Zuschlag, sie brachten wertvolle Kenntnisse über die Erbauer der ursprünglichen Orgel mit. Diese wurde 1769 von den Gebrüdern Stumm aus der Eifel erbaut und 1967 von der Firma Walcker aus Ludwigsburg neu konzipiert und in der St. Peter Kirche eingeweiht. "Zu Beginn gab es natürlich Zweifel, da wir von zehn Jahren ausgingen, um das Geld zusammen zu bekommen", so Schmitz. Doch die Gemeinde mobilisierte all ihre Kräfte.
Petra Riekötter und Winfried Nickenig gründeten die Interessengemeinschaft Orgelbau, Chormitglieder sammelten auf Pfarrfesten, ortsansässige Firmen halfen, Erbschaften wurden der Orgel gewidmet und viele Einzelspenden brachten 350 000 Euro zusammen.
"Jetzt fehlen noch 60 000 Euro bis zur benötigten Endsumme von 410 000 Euro, dann ist es geschafft", so Schmitz. Denn während der Auf- und Umbauarbeiten entstanden einige Mehrkosten, so musste zum Beispiel eine neue Stahlkonstruktion aufgebaut werden, um der sieben Tonnen schweren Orgel sicheren Halt zu geben.
Viele Besucher beim Aufbau
Das Interesse der Bürger während der Aufbauarbeiten war enorm: Zu den Besichtigungszeiten an jedem Mittwoch kamen viele Besucher und löcherten die beiden Mitarbeiter der Firma Weimbs sowie Domorganist Wolfgang Schwering mit Fragen.
Der Xantener unterstützte das Rheinberger Team während der gesamten Planung. "Es kamen auch viele Kirchenmusiker und Domorganisten angereist, um sich unter anderem die seltenen Verzierungen und Malereien anzusehen", so Peters.
Seit vielen Wochen wird die Orgelweihe bereits geplant, "ich freue mich sehr darauf, eine Orgelweihe erlebt man höchstwahrscheinlich nur einmal am Leben", so die Kirchenmusikerin. Auch für das kommende Jahr gibt es viele Pläne. Am Sonntag, 17. Januar, startet die Konzertreihe mit der neuen Orgel, ebenfalls in Planung: eine Orgelwoche und regelmäßige Abendmusik.
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