Rheinberg: Wissen, was sich tut
VON UWE PLIEN - zuletzt aktualisiert: 12.09.2008Rheinberg (RPO). Die Rheinberger Bündnisgrünen legten im Jugendhilfeausschuss einen Antrag zur Jugendkriminalität vor. Sie wollen das Thema auf städtischer Ebene beleuchten und sich regelmäßig berichten lassen.
Prävention ist wichtig
Klaus Lang (SPD), Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, sagte: „Mir gefällt es außerordentlich gut, dass wir hier stark präventiv arbeiten.“
Hans-Theo Mennicken, Rheinbergs Bürgermeister, sagte im Jugendhilfeausschuss, die Stadt sei schon seit Jahren darum bemüht, gut funktionierende Netzwerke zu bilden.
Spätestens dann, wenn wieder einmal der Verdacht eines Amok-Laufs an einer bundesdeutschen Schule wie erst vor Monaten am Kölner Georg-Büchner-Gymnasium aufkommt, ist das Thema Jugendkriminalität sofort in aller Munde. Und dann werden stets die gleichen Fragen gestellt: Was macht die Polizei? Was macht die Schule? Wann sind die Eltern hinzuzuziehen? Und welche Rolle hat der schulpsychologische Dienst?
Dem Rheinberger Jugendhilfeausschuss lag jetzt ein Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen genau zu diesem Thema vor. Der Ausschuss, so begründete Grünen-Mitglied Peter Mokros, solle regelmäßig darüber unterrichtet werden, wie sich Jugendkriminalität bzw. Jugendgewalt in Rheinberg darstellten. Dazu sollten Informationen beim städtischen Jugendamt, bei der Jugendgerichtshilfe bei den Rheinberger Schulen, der Polizei, der Staatsanwaltschaft und beim Amtsgericht abgefragt werden.
Intensivtäter
Einige der Fragen, die die Grünen gerne beantwortet haben möchten, sind: Wie hat sich die Jugendkriminalität in Rheinberg in den vergangenen fünf Jahren entwickelt? Gibt es in Rheinberg jugendliche Intensivtäter? Wie wird Jugendkriminalität in Rheinberg bekämpft? Wurden Netzwerke der angesprochenen Institutionen gebildet?
Willi Giesen, Leiter der Rheinberger Polizeiwache, konnte einige Fragen gleich in der Sitzung beantworten. Dank einer neuen Kriminalstatistik sei es Ende dieses Jahres erstmals möglich, Daten für Rheinberg gesondert abzufragen. „Bisher waren sie mit Kamp-Lintfort zusammengefasst“, so der Beamte.
In Rheinberg habe es zuletzt zwei jugendliche Intensivtäter gegeben. Giesen: „Einer davon, ein Jugendlicher aus Orsoy, der vor allem durch zahlreiche Körperverletzungen auffiel, ist inzwischen in Haft.“
Im Kreis Wesel gebe es ein gutes Konzept. Giesen: „Wird ein Jugendlicher ein zweites Mal auffällig, setzen wir zusammen mit dem Jugendamt einen Hausbesuch an. Das wirkt.“ Als wichtigen Baustein nannte er die vorbeugende Arbeit an den Schulen. Auch Notfall- und Alarmpläne seien unumgänglich. So etwas gebe es bereits im Schulzentrum; „weil sich Hauptschulleiter Morsch und Realschulleiter Giesen dafür stark gemacht haben“. „Vom kleinsten Schülerunfall bis zum Amoklauf“ werde alles dokumentiert; auch sei der Polizei die Raumbelegung bekannt.
In einer Sondersitzung
Der Ausschuss begrüßte den Grünen-Antrag grundsätzlich. Das Thema soll nun in einer Sondersitzung des Jugendhilfeausschusses zum Thema werden.
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