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Rheinberg: Wo Hilfe nicht natürlich ist

VON NICOLE MAIBUSCH - zuletzt aktualisiert: 04.02.2012

Rheinberg (RP). Dennis Opielka, Orthopädietechnikermeister aus Budberg, wird zwei Wochen lang in Haiti dabei helfen, Opfer der großen Erdbebenkatastrophe von 2010 zu versorgen.

Dennis Opielka fliegt nach Haiti, um Erdbebenopfern zu helfen. Ehefrau Nadine unterstützt diesen Plan.  Foto:  A. Fischer
Dennis Opielka fliegt nach Haiti, um Erdbebenopfern zu helfen. Ehefrau Nadine unterstützt diesen Plan. Foto: A. Fischer

Schon früher haben Nadine und Dennis Opielka gemeinsam überlegt, ob und wie sie sich sozial engagieren würden. Eine Schule in Afrika aufzubauen, das könnte ihnen gefallen. Ganz so, wie sie es in einem Zeitungsbericht gelesen hatten. Was damals noch bloße Gedankenspielerei war, wird jetzt für Dennis Opielka ernst: Am 17. März fliegt der Orthopädietechnikermeister mit der Organisation "medi for help" nach Haiti, um dort zwei Wochen dabei zu helfen, die Menschen prothetisch zu versorgen, denen infolge des verheerenden Erdbebens 2010 Gliedmaßen amputiert werden mussten.

Im Jahresurlaub

Info

Lebensqualität

Ein Außendienstmitarbeiter der Firma medi GmbH hatte Dennis Opielka auf "medi for help", die gemeinnützige GmbH des Unternehmens, aufmerksam gemacht.

Die Organisation unterstützt seit 2011 Menschen in Krisengebieten, wie aktuell in Haiti, und gibt ihnen durch die Versorgung mit Beinprothesen ein Stück Lebensqualität zurück.

"Ich werde die Patienten betreuen, Gipsabdrücke nehmen, Anproben und Nachbesserungen durchführen", umschreibt Opielka seine Aufgaben. Außerdem hilft er beim Wissenstransfer, schult einheimische Orthopädietechniker. Für diesen Einsatz nimmt der 31-jährige Budberger 14 Tage seines Jahresurlaubs; Zeit, die seiner kleinen Familie fehlt. Doch Ehefrau Nadine unterstützt ihren Mann in seinem Vorhaben: "Es ist eine berufliche Erfahrung und persönliche Bereicherung", ist die gelernte Reiseverkehrskauffrau überzeugt. Zudem seien zwei Wochen ein durchaus überschaubarer Zeitraum. Via Telefon und Internet will 29-Jährige Kontakt zu ihrem Mann halten.

Knapp sechs Wochen vor Abreise sieht Dennis Opielka seinem Einsatz gelassen entgegen. Dem engagierten Orthopädietechnikermeister ist durchaus bewusst, dass er mit der Reise seine persönliche Komfortzone verlässt. Allerdings tut er das nicht zum ersten Mal. "Ich habe als junger Mann mal ein One-Way-Ticket nach Jamaica 'gelöst'", erinnert sich der zweifache Familienvater schmunzelnd. Doch schon wenige Tage im vermeintlichen Paradies hatten den damals 18-Jährigen rasch auf den harten Boden der Realität zurückbefördert. "Angesichts der Lebenssituation der Menschen dort verschieben sich Wertigkeiten sehr schnell", meint Dennis Opielka. So macht er sich auch nun keine Sorgen. Die desolaten Zustände in einem der ärmsten Länder der Welt, die ungewohnten klimatischen Bedingungen und drohende Krankheiten – der "medi for help"-Projektleiter habe ihn in einem langen und ausführlichen Gespräch sehr gut darauf vorbereitet, was ihn in Haiti erwarte, so der 31-Jährige. Er freut sich einfach darauf, Menschen zu helfen, für die medizinische Hilfe keine Selbstverständlichkeit ist. Berührungsängste kennt der Familienvater nicht.

Derzeit liegen im Haus Opielka das Haiti-Handbuch der Organisation und die dazugehörige Checkliste ständig griffbereit. "Cholera-Impfung, Medikamente, Schutz- und Regenkleidung – wir haben fast alles Notwendige schon besorgt bzw. erledigt", sagt auch Ehefrau Nadine. Viel könne ihr Mann ohnehin nicht mitnehmen. Seesack statt Samsonite heißt die Devise beim Packen. Nur über eines macht sich der Budberger dann doch Gedanken: die hohe Kriminalitätsrate auf Haiti. "In allen Gesprächen und Unterlagen wird immer wieder betont, dass wir uns nicht ohne Begleitung außerhalb bewachter Areale bewegen dürfen", so der Budberger. Vorsicht ist oberstes Gebot – Sohn Joel (5) und Töchterchen Josephine (2) zuliebe.

Das Richtige

Noch liegen die zwei Wochen ehrenamtlichen, sozialen Einsatzes auf Haiti vor ihm. Doch Dennis Opielka hat keine Zweifel, dass er das Richtige tut. Bereits jetzt ist ihm klar: Er wird es wieder tun. Wie und wo? Auch da hat er schon eine Idee: Er möchte bei den Paralympics die Hochleistungssportler mit Beinprothesen persönlich betreuen.

www.rp-online.de/rheinberg

Quelle: RP


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