Kreis Wesel: 75 Fragen an 4000 Familien
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 09.05.2008Kreis Wesel (RPO). Kreis Wesel und die „Faktor Familie GmbH“ führen schriftliche Befragung in acht Städten und Gemeinden zur Lebenssituation von Eltern mit Kindern durch. Die Ergebnisse sollen Politik als Entscheidungshilfe dienen.
In den Briefkästen von 4000 zufällig ausgewählten Familien mit Kindern in verschiedenen Städten und Gemeinden des Kreises Wesel (siehe Info) werden morgen oder spätestens am Dienstag pralle Briefumschläge stecken. Die Adressaten sollten die Versandtaschen unbedingt öffnen, schließlich enthält jeder Umschlag einen 25-seitigen Fragebogen. Die Familien werden gebeten, anonym 75 Fragen rund um ihre Lebens- und Wohnsituation, ihre Einkommensverhältnisse und ihre Freizeitaktivitäten zu beantworten. Die durch die Befragung gewonnenen Ergebnisse fließen in einen Familienbericht ein, der den Familien- und Sozialpolitikern im Kreis Wesel helfen helfen soll, besser auf die Bedürfnisse der Familien einzugehen.
Die Auserwählten
Die für die Befragung ausgewählten Familien kommen aus Alpen, Hamminkeln, Hünxe, Neukirchen-Vluyn, Schermbeck, Sonsberg und Xanten. Für alle ist das Kreisjugendamt zuständig. Als einzige Stadt mit eigenem Jugendamt nimmt Rheinberg teil.
55 000 Euro
Die Fragebögen, deren Bearbeitung rund 30 Minuten dauern soll, wurden gestern im Weseler Kreishaus unter anderem von Kreisdirektor Ralf Berensmeier, Mitarbeitern des Kreis-Jugendamtes und Vertretern der Firma Faktor Familie (Bochum) vorgestellt. Faktor Familie ist eine GmbH, hervorgegangen aus einem mit Landesmitteln geförderten Pilotprojekt zur „Entwicklung einer kommunalen Familienberichterstattung“. Die Firma hat ähnliche Befragungen auch schon in Oberhausen, Mülheim/Ruhr, Rheine und Neuss durchgeführt. Die Rücklaufquote lag zum Teil bei 50 Prozent. Beispielsweise in Gütersloh. „Unser Ziel ist es, Gütersloh mit mindestens 60 Prozent zu überflügeln“, gibt sich Gabi Klein vom Kreis-Jugendamt hoffnungsfroh.
55 000 Euro lässt sich der Kreis den Einstieg in die auf Dauer angelegte Familienberichterstattung kosten. „Gut angelegtes Geld“, findet Berensmeier. Denn die Umfrageergebnisse landen hinterher nicht in der Schublade, sondern können am PC von den jeweiligen Kommunen des Kreises aktualisiert werden. Dass übrigens keine Familien aus Wesel, Voerde, Dinslaken und Moers für die Befragung ausgewählt wurden, hat einen ganz einfachen Grund: Desinteresse der Städte, die alle über ein eigenes Jugendamt verfügen. „Wir haben alle angeschrieben und zum Teil keine Rückmeldung erhalten. Allein die von unserem Kreisjugendamt nicht betreute Stadt Rheinberg macht mit und investiert zusätzlich 20 000 Euro in den Familienbericht“, erklärt Kreisdirektor Ralf Berensmeier.
Bis zum 6. Juni haben die Familien Zeit, die Bögen durchzuarbeiten und im frankierten Rückumschlag zurückzusenden. Fragen beantworten Experten des Kreis-Jugendamtes (Telefon 0281 207-2939) oder Mitarbeiter der Faktor Familie GmbH (Telefon 0234 3227848).
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