Kreis Wesel: "Alkohol gefährdet das Kinderwohl"
zuletzt aktualisiert: 29.10.2008Kreis Wesel (RPO). Der Kreis Wesel, das Marien-Hospital sowie die Drogenberatung (beide Wesel) wollen zusammen ein zeitnahes Aufklärungs- und Beratungsangebot sicher stellen. „Alkohol gefährdet das Kinderwohl. Deshalb müssen wir gemeinsam noch aktiver werden, um auffälligen Minderjährigen zu helfen“, begründet Kreisdirektor Ralf Berensmeier die Zusammenarbeit.
Hintergrund dafür sind die stark angestiegenen Zahlen von Kindern und Jugendlichen (von 29 in 2006 auf 44 in 2007), die nach heftigem Alkoholmissbrauch stationär in der Kinderklinik des Marien-Hospitals Wesel versorgt werden mussten.
Deshalb hatten sich Oberärztin Dr. Felicitas Hermsen und Psychologe Markus Nehrke an den Kreis gewandt, um nach Möglichkeiten zu suchen, für die betroffenen Kinder und Jugendlichen sowie für deren Eltern ein zeitnahes Aufklärungs- und Beratungsangebot anzubieten.
Diese neue Kooperation zwischen dem Kreis und dem Marien-Hospital sieht so aus, dass die Klinik sich von den Eltern der minderjährigen Patienten eine Entbindung der Schweigepflicht erteilen lässt, so dass die Informationen an die Suchtberatungsstelle weitergeleitet werden dürfen. Diese wiederum veranlassen ein kurzfristiges Aufklärungs- und Beratungsangebot, das in Einzelfällen auch schon während des Krankenhausaufenthaltes stattfinden soll.
Ähnliche Kooperationen sollen nach den ersten Erfahrungen in Wesel dann auch kreisweit organisiert werden. Die Vertreter des Fachbereichs Gesundheitswesen, Christian Krumme und Melanie Klaus, die sich um Beratung für Suchtkranke kümmern, stehen dabei als Ansprechpartner zur Verfügung. Auch der Leiter der Drogenberatungsstelle Wesel, Jörg Kons, unterstützt diesen Ansatz, weil er ins Gesamtkonzept einer modernen und erfolgreichen Drogenberatung passt.
„Unser Ziel ist es, den Jugendlichen und deren Eltern zu helfen, damit Alkohol nicht zu einem Dauerproblem wird. Denn eine zielorientierte Prävention ist besser, als teure Behandlungskosten und die negativen gesellschaftlichen Folgen der Sucht“, sagt Berensmeier.
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