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Wesel: Als die Lady nach Wesel kam

VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 14.04.2009

Wesel (RPO). Vor 20 Jahren startete die River Lady zu ihrer ersten Fahrt am Weseler Steiger. Kapitän Manfred Hell, der den Mississipi-Dampfer 1988 in Bonn erworben und 2002 an Oliver Bertsch verkauft hat, erinnert sich gerne an die Zeit.

Seit über 40 Jahren ein Paar: Inge und Manfred Hell, die die River Lady vor 20 Jahren nach Wesel geholt haben. Mittlerweile haben sie vier Enkel.  Foto: RPO
Seit über 40 Jahren ein Paar: Inge und Manfred Hell, die die River Lady vor 20 Jahren nach Wesel geholt haben. Mittlerweile haben sie vier Enkel. Foto: RPO

Ostersonntag fiel für die River Lady am Steiger Wesel der Startschuss in die neue Saison. Eigentlich wäre das ein Grund zum Feiern gewesen. Denn vor genau 20 Jahren startete der nach original amerikanischen Plänen umgebaute Mississippi-Dampfer zu seiner Premierenfahrt. Am Steuer stand damals Manfred Hell.

Der heute 69-jährige Kapitän hatte das zum Verkauf stehende Schiff zufällig in Bonn entdeckt und sich "auf den ersten Blick in die River Lady verliebt". Und weil auch seine Frau Inge, mit der er mittlerweile seit über 40 Jahren glücklich verheiratet ist, von dem schmucken Dampfer mit dem roten Schaufelrad begeistert war, stand dem Beginn einer neuen Ära nichts mehr im Wege.

Info

Maße und Zahlen

Länge: 38,6 Meter Breite: , 9,23 Meter

Motor: 520 PS

Personzahl: Zugelassen ist das Schiff für 496 Personen. Es hat 275 Salon- und 200 Freideckplätze .

Nie gab's eine Havarie

Manfred Hell, der das Schiff im Frühjahr 2002 an Oliver Bertsch verkauft hat, um endlich mehr Zeit für sich und die Familie zu haben, erinnert sich gerne an diese Zeit. "Nachdem wir fast fünf Jahre die Gastronomie auf der ,Stadt Emmerich', dem Fahrgastschiff meines Bruders geführt haben, war das die Gelegenheit, ein eigenes Schiff zu betreiben", erzählt Manfred Hell im Kaminzimmer seines gemütlichen Hauses in Flüren und schaut sich zusammen mit der RP Bilder vergangener Tage an. Viele zeigen einen stolzen Kapitän, dem die Schifffahrt nie nur Beruf, sondern vor allem Berufung war. "

An Ostersonntag ist die River Lady in Wesel in ihre 20. Saison gestartet. Nach wie vor hat der schmucke Raddampfer viele Stammgäste, die jetzt interessante Blicke auf die neue Rheinbrücke werfen können. Foto: RPO

Nie hatten wir eine Havarie, nie ist auf dem Schiff etwas Schlimmes passiert." Seine Augen leuchten. Der Spross einer bekannten niederrheinischen Schifferfamilie aus Grieth bei Emmerich deutet nach oben. "Dafür hat auch die dritte Hand am Steuerrad gesorgt."

Zehntausenden Fahrgästen hat er die Schönheiten des Niederrheins gezeigt. Zu allem und jeden wusste er etwas zu erzählen. Der Strom war und ist sein Leben. "Seit ich 17 bin, damals zunächst an Bord eines Proviantbootes, mit dem mein Vater die Familien und Arbeiter auf den Rheinschiffen versorgte, befindet sich mein Arbeitsplatz auf dem Wasser." Manfred Hell kennt den Rhein wie kaum ein anderer. Er erlebte die Einführung des Radars und den dadurch eingeleiteten Strukturwandel in der Branche.

Hell stieg um. 1976 setzte er sich an den Schalthebel eines Tankschiffs. Fast immer an seiner Seite war Ehefrau Inge, die er bei einer Hamburger Reederei kennenlernte. "Wie später bei der River Lady war es Liebe auf den ersten Blick", sagt Hell.

1984 dann der Wechsel auf die "Stadt Emmerich", wo beide für die Bewirtung der Gäste verantwortlich zeichneten. Das kulinarische Angebot, davon ist Manfred Hell überzeugt, hat auch dafür gesorgt, dass die Fahrten mit der River-Lady so beliebt waren.

Die Köstlichkeiten aus der Bordküche mundeten gleich im ersten Jahr dem Bonner Bürgermeister und seinen Ehrengästen. Darunter auch einige Minister, die auf dem Dampfer den 2000. Geburtstag der Stadt Bonn feierten und von sechs Polizeibooten eskortiert wurden.

Auch mit knapp 70 kann sich der Kapitän ein Leben ohne Schiff nicht vorstellen. Mit ihrer Yacht "Nelly", benannt nach der Mutter von Manfred Hell, sind die beiden viel unterwegs – Nordsee, Mittelmeer, Frankreich. Und für Hell steht fest, dass er, so lange es geht, seiner Leidenschaft frönen wird. "Mein Vater ist mit seiner Yacht noch nach Paris gefahren. Da war er 80."

Quelle: RP

 
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