Schermbeck: Altes Gemälde fürs Museum
VON HELMUT SCHEFFLER - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009Schermbeck (RPO). Freude beim Heimat- und Geschichtsverein Schermbeck: Seit gestern hängt im Museum ein restauriertes Ölgemälde, das die Burg in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und den beginnenden 1930er-Jahren zeigt.
Der Mühlenteich
Im Rahmen eines Beschäftigungsprogramms für arbeitslose Schermbecker war zu Begin der 1930er- Jahre im Mühlenteich eine Badeanstalt gebaut worden.
Es gab einen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich.
Nur wenige Steinwürfe von jener Stelle entfernt, an der ein bislang unbekannter Maler die Schermbecker Burg malte, hat das Gemälde nach einer Odyssee gestern im Schermbecker Heimatmuseum eine neue Heimat gefunden. Heimat- und Geschichtsvereinsvorsitzender Hans Zelle freut sich über die Bereicherung der Museumsbestände. Im vergangenen Jahr hatte ihm Dr. Josef Ulfkotte, der Vorsitzende des Vereins für Heimatgeschichte in Dorsten, die Reste eines Ölgemäldes übergeben, das er selbst von seinem Bruder Gerd erhalten hatte.
Große Wasserfläche
Hans Zelle stellte das Gemälde dem Vorstand des Heimat- und Geschichtsverein vor, und man war sich schnell einig, dass sich eine Restaurierung lohnen würde. Ein Sponsor war bald gefunden. Die Verbands-Sparkasse übernahm die Kosten der Restaurierung. Die Weseler Diplom-Restauratorin Beate Zumkley überarbeitete das Ölgemälde. Störende Risse wurden beseitigt. Das Gemälde erhielt außerdem einen passenden Rahmen. In dieser neu gestalteten Form stellte Hans Zelle das Gemälde gestern vor und dankte Ulrich Bussing, Vorstandsvorsitzender der Verbands-Sparkasse, bevor das Gemälde im Kaminzimmer des Museums aufgehängt wurde. Es handelt sich um das bislang einzige bekannte Bild, das die Burg und den Mühlenteich zeigt, wie es der Wanderer in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und den beginnenden 1930er-Jahren erlebt hat. Der Blick schweift über eine große Wasserfläche, die heute zu zwei unterschiedlichen Mühlenteichen gehört. Dahinter erkennt man den Gebäudekomplex der Burg, die von den Klever Grafen zum Schutz ihrer Grenze errichtet und im klevischen Urbar von 1318/1319 erstmals erwähnt wurde. Im Hintergrund von links nach rechts stehen die drei Schermbecker Kirchen: die Ludgeruskirche, die ehemalige reformierte Kirche und die Georgskirche.
Wer war der Maler dieses Bildes? Die Antwort steht noch nicht fest. Hans Zelle vermutet, dass Ernst Sack, der Onkel des Dichters Gustav Sack, der Maler sein könnte. Das Bild ist nicht signiert. Es soll nun von Anne-Lore Ehlen in Dorsten mit anderen Gemälden ihres Vaters verglichen werden.
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