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Wesel: Analyse zur Betuwe: die Knackpunkte

VON SEBASTIAN LATZEL - zuletzt aktualisiert: 24.10.2008

Wesel (RPO). Bei der Güterverkehrsstrecke bleiben auch nach den derzeit laufenden Info-Veranstaltungen viele Fragen offen. Klar ist: Es wird nicht ohne Opfer der Anlieger gehen.

Die Betuwe wird wohl nicht ohne Opfer der Anlieger möglich sein.  Foto: RPO
Die Betuwe wird wohl nicht ohne Opfer der Anlieger möglich sein. Foto: RPO

Viel Emotion, nicht ganz so viele Information. Das ist das Fazit nach dem Abend mit den Vertretern der Bahn im Reeser Bürgerhaus. Kundige hört viel Bekanntes. Klar ist, dass die Zahl der Knack- und Kritikpunkte nicht geringer geworden ist.

ZUGZAHLEN

Hier legte Stefan Ventzke von der DB ProjektBau wieder die Liste vor, die schon für Kopfschütteln gesorgt hatte. Danach steigt in den kommenden Jahren vor allem die Zahl er Personenzüge. Die Güterzüge dagegen werden nur in geringem Maße zunehmen. Warum wird dann überhaupt eine Güterverkehrsstrecke gebaut?, fragt sich mancher. Man habe noch keine aktuellen Zahlen. Klar ist: An diesen Zahlen wird sich noch eine Menge ändern. Denn dass die Zahl der Personenzüge fast um das Doppelte steigen wird, würde Anrainer zwar freuen, ist aber wohl kaum realistisch, da gerade erst der Fahrplan ausgedünnt wurde.

Info

Der Zeitplan

Vorgelegt wurde bei der Bürgerinformation in Rees folgender Zeitrahmen für den Ausbau der Betuwe-Linie:

Herbst 2009: Einleitung des formellen Planfeststellungsverfahrens.

Winter 2010: Planfeststellungsbeschluss, anschließend Ausführungsplanung und dann die europaweite Ausschreibung des Großprojektes.

Ende 2011/Anfang 2012: möglicher Baubeginn für den Lärmschutz und das dritte Gleis.

FINANZIERUNG

Dazu wurde so recht nichts gesagt. Immer wieder wurde nur darauf hingewiesen, dass manche Alternativen und Varianten nicht machbar seien, weil sie an der Finanzierung scheiterten. Es gibt sogar die Befürchtung, dass das Geld für den Ausbau generell fehlen könnte (RP berichtete). Nach einer Liste der Bahn soll ein Großteil der Finanzmittel in Projekte außerhalb von Nordrhein-Westfalen fließen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Bodo Wißen aus Rees hatte sich daraufhin noch einmal kundig gemacht: Eine telefonische Rückfrage im Bundesministeriums für Verkehr habe bestätigt, dass die Betuwe zwar nicht auf der so genannten „Fuldaer Liste“, die von DB und Bundesregierung jährlich erstellt wird, erscheint, dies aber auch gar nicht nötig sei, da dort nur die unmittelbar aufzunehmenden Arbeiten erscheinen würden.

NEUE VARIANTEN

Der ein oder andere hat immer noch die Hoffnung, dass die Pläne vielleicht doch noch mal komplett überarbeitet werden. Viele fragen sich noch immer, warum nicht die Möglichkeit weiter verfolgt werde, das dritte Gleis entlang der Autobahn zu bauen, damit gehe man vielen Konflikten aus dem Weg. Ein andere Vorschlag war die so genannte Troglage, wie sei auch in Teilen der Niederlande praktiziert wird. Dabei wird die Trasse unter die Dörfer gelegt. Lärmschutz und Bahnübergänge wären dann kein Problem mehr. Der Sprecher der Bahn machte aber eindeutig klar, dass diese Variante zu teuer sei. .

LÄRMSCHUTZ

Ein großer Knackpunkt. Die meterhohen Wände werden die Dörfer zerschneiden. Das wurde auf den Bildern deutlich, die an dem Abend Erschrecken hervorriefen. Dass es Aluminium und keine Betonwände geben wird, beruhigte niemanden. Gefordert wurden erneut Glaswänd. Die reflektieren den Schall nur. Die anderen Wände absorbieren ihn „wie ein Schwamm“.

BAHNÜBERGÄNGE

Das ganz große Thema. Und deutlich ist, dass hier die Ansichten der Bahn und die Forderungen der Städte und der Anwohner noch ganz weit auseinander liegen.

Quelle: RP

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