Niederrhein: „Armer Poet“ am Niederrhein
zuletzt aktualisiert: 18.11.2006Niederrhein (RPO). O.P.A. – das heißt »Optimale präzise Arbeit« und ist Markenzeichen einer agilen Truppe, die Dienstleistungen der besonderen Art anbietet – zum Beispiel, wie man sich einer lästigen Leiche entledigt. Dabei stößt das O.P.A.-Trio auf ein berühmtes Gemälde: Carl Spitzwegs »Der arme Poet«, das seit 17 Jahren verschwunden ist. Das Trio sind „Die Füchse“. So heißt der neue Kriminalroman von Thomas Hesse und Renate Wirth.
Tickets zu gewinnen
Zur Premierenlesung der „Füchse“ lädt die Buchhandlung Dambeck, Korbmacherstraße 17, für Donnerstag, 23. November, 19.30 Uhr, ein. Wer dabei sein will, kann beim Gewinnspiel der RP mitmachen. Fünf mal zwei Tickets werden verlost. Einfach anrufen am Montag, 20. November, 9.30 Uhr unter Tel. 02 81 / 14 340 oder der RP mailen (redaktion.wesel@rheinische-post.de)
An dem wertvollen Fund haben auch andere, auffällig unauffällige Gestalten gesteigertes Interesse. Die Weseler Kommissarin Karin Krafft gerät zwischen die Fronten, bekommt es mit Berlinern und Niederrheinern zu tun und entwirrt am Ende einen Fall mit Charme. Wie mit ihrem ersten gemeinsamen Kriminalroman »Das Dorf« überzeugt das Autoren-Duo mit der Lebendigkeit der Figuren, der flüssigen Sprache und vor allem dem trockenen niederrheinischen Humor. Der Krimi macht einfach Spaß!
Man will es nicht für möglich halten, was sich so alles in der niederrheinischen Provinz abspielt, doch „dat gibbet“, wie die Protagonisten in ihrer lakonischen Art zu sagen pflegen. Die Autoren Thomas Hesse und Renate Wirth nehmen den authentischen, bis heute ungelösten Kunstraub vom 3. September 1989 zum Hauptmotiv ihres neuen Niederrhein Krimis. Ein Mann im Rollstuhl durchquerte damals zusammen mit seinem Betreuer den Eingang zum Schloss Charlottenburg in Berlin. Wenige Minuten später stand der wundersam Geheilte auf, riss das Gemälde vom „Armen Poeten“ von der Wand und verschwand.
Der reale Fall ist bis heute ungeklärt und Spitzwegs Klassiker verschwunden. Dass die Rettung unwiederbringlichen Kulturguts am Ende doch gelingen kann, hat Deutschland dem Niederrhein zu verdanken. Das Autoren-Duo aus Wesel und Xanten hat sich des ungeklärten Kunstraubs bemächtigt und lässt den „Armen Poeten“ in seiner Heimat auftauchen.
Nicht nur die clevere Kommissarin Karin Krafft und ihr schriller, liebesverwirrter Assistent Burmeester samt ihres umtriebigen Kommissariats haben ein Problem. Auch das verschmitzte „Füchse“-Trio gerät in bis dato unvorstellbare Untiefen. Es muss sich nicht nur auf einer irrwitzigen Tour einer lästigen Leiche entledigen, sondern auch eines ebenso raffgierigen wie kunstsinnigen Bankers erwehren. Zu allem Überfluss funkt noch ein abgebrühter Berliner Versicherungsagent auf Kunstfahndung dazwischen. Bis zur Entwirrung des kriminellen Knotens läuft eine amüsante Geschichte mit viel Lokalkolorit und pfiffigen Charakteren ab. Sie sorgen dafür, dass die menschliche Seite der Story mit Handlungsorten in Wesel, Xanten, Rees und Voerde nicht zu kurz kommt.
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