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Hamminkeln: Aufruf an sechs Minister: Betuwe an die A3

VON MARKUS BALSER - zuletzt aktualisiert: 21.03.2009

Hamminkeln (RPO). / WESEL Mit einer Resolution an die Landesminister Lienenkämper, Uhlenberg und Laumann sowie an die Bundesminister Tiefensee, Gabriel und Schmidt endete am späten Donnerstagabend die Veranstaltung "Was Sie über die Betuwe wissen müssen" im Emmericher Stadtteil Vrasselt. Viele der rund 350 Gäste, darunter auch eine stattliche Anzahl aus Hamminkeln und Wesel, hatten die Forderungen unterzeichnet.

Die Betuwe-Debatte in Vrasselt verlief erstaunlich sachlich.  Foto: RPO
Die Betuwe-Debatte in Vrasselt verlief erstaunlich sachlich. Foto: RPO

Karl-Heinz Jansen, der den Abend mit Jan-Simon Laarakker im fast bis auf den letzten Platz besetzten Saale Slütter organisiert hatte, ließ keinen Zweifel daran, was die Ziele dieses Aufrufs sein sollen: "Die Betuwe muss entlang der A3 verlegt werden", so die eindeutige Forderung. In den knapp zweieinhalb Stunden zuvor war Jansen zusammen mit geladenen Gästen auf die Gefahren und Belastungen durch den von der Bahn bisher geplanten Streckenverlauf entlang des existierenden Schienenstranges von Emmerich nach Oberhausen eingegangen.

Nachbarschaftshilfe: "Lästig sein!"

Mit Paul Freriks und Richard van der Pols hatten sich die Initiatoren zwei Mitglieder niederländischer Bürgerinitiativen aufs Podium geholt, die sich schon seit langem mit der Betuwe auseinandersetzen und ihre Erfahrungen ans deutsche Publikum weitergaben.

Auch ihre Botschaft war klar: Der Druck auf Politik und Bahn müsse verstärkt werden. "Sie werden durch die Bahn belästigt, dann müssen Sie die Autoritäten belästigen", sagte van der Pols unter großem Beifall.

Der Abend, der trotz des emotionsgeladenen Themas bemerkenswert sachlich verlief, brachte den Besuchern auch praktische Tipps. Der Immobilien-Sachverständige Ralf Laarmann ließ keine Illusionen darüber aufkommen, mit was Betroffene zu rechnen haben: "Der geplante Lärmschutz wird kein schöner Anblick sein. Allein sein Aufbau verursacht eine große Belästigung."

Er riet allen, die direkt an der Stecke wohnen, von der Bahn eine Beweissicherung zu verlangen. Das heißt, den Ist-Zustand von Immobilien vor und nach dem Bau der Betuwe festzuhalten, um Schadensregulierungen möglichst problemlos abwickeln zu können. Wenn es nach der großen Mehrheit der Besucher des Infoabends ginge, wird dies gar nicht notwendig sein. Denn sie fordern ohnehin die Komplettverlegung der Trasse zur A3.

Politiker, die sich schon seit langem mit der Materie beschäftigen, halten das allerdings für eher unwahrscheinlich und für nicht ganz ungefährlich. "Wer beim jetzigen Stand der Planungen eine Umfahrung zur Autobahn fordert, muss wissen, was passieren kann", sagte etwa Johannes ten Brink (CDU Emmerich) der Rheinischen Post.

Der CDU-Politiker befürchtet, dass die Bahn die bestehende Strecke erst einmal mit der steigenden Zahl an Güterzügen "volllaufen" lassen würde. "Geld für die Beseitigung der Bahnübergänge und den Lärmschutz wird es dann gar nicht geben", warnte ten Brink.

Quelle: RP

 
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