kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
       
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Wesel: "Auslaufmodell Hauptschule"

zuletzt aktualisiert: 10.02.2010

Wesel (RPO). Nach dem Bernd Baumann in die Ruhephase der Altersteilzeit eingetreten ist, führt Konrektor Reiner Kampermann die Konrad-Duden-Hauptschule bis Mitte 2011 kommissarisch weiter. Dann wird sie aufgelöst.

Reiner Kampermann ist seit 1974 Lehrer der Konrad-Duden-Hauptschule in der Feldmark. Foto: RPO

Wie kein anderer kennt Reiner Kampermann (60) die Konrad-Duden-Hauptschule in der Feldmark. 1974 kam er als Referendar an die Schule und hat seither Generationen von Schülern kommen und gehen sehen. Nachdem Bernd Baumann kürzlich in die Ruhephase der Altersteilzeit getreten ist, hat Kampermann kommissarisch die Leitung der Schule übernommen, die Mitte nächsten Jahres geschlossen wird. Was dann mit den verbleibenden Schülern passiert, wie die Zukunft der Hauptschulen allgemein aussieht und wie sich die Arbeit in den letzten Jahrzehnten mit den Schülern verändert hat, darüber sprach RP-Redakteur Klaus Nikolei mit Reiner Kampermann.

Weil die Martini-Hauptschule mit dem verpflichtenden Ganztag begonnen hat, wird die Duden-Hauptschule Mitte nächsten Jahres auslaufen. Was passiert dann mit den Schülern?

Info

Wechsel-Wünsche

Eine Arbeitsgruppe, zu der Vertreter der Weseler Schulverwaltung, des Duden-Gymnasiums und der Duden-Realschule gehören, beraten derzeit, wie die freiwerdenden Räume der Hauptschule künftig genutzt werden könnten.

Die Verwaltung will der Politik zur nächsten Sitzung des Schulausschusses am 18. März einen Vorschlag unterbreiten.

Zwei Vorschläge werden derzeit im Arbeitskreis diskutiert: Die Sekundarstufe II des KDG zieht geschlossen in den Hauptschultrakt.

Oder: Ein Teil der Realschule wechselt in den Hauptschul-Trakt, während das Duden-Gymnasium dann freie Räume der Realschule nutzen könnte.

Kampermann Wir werden dann noch rund 100 Schüler in den Jahrgangsstufen acht, neun und zehn haben. Geplant ist, dass Schüler und Lehrer zur Martini-Schule wechseln.

Sie auch?

Kampermann Das steht noch nicht fest, da ich Anfang 2012 ebenfalls in die Ruhephase der Altersteilzeit treten werde.

Aber die Schüler können auch zu anderen Schulen wechseln, oder?

Kampermann Einige Schüler haben das auch schon getan und gehen unter anderem nach Hamminkeln.

Was passiert mit den frei werdenden Räumen?

Kampermann Darüber verhandeln die beiden Nachbarschulen, die Realschule und das Duden-Gymnasium, mit der Verwaltung.

Wenn die Schule demnächst ausläuft, denken Sie da nicht wehmütig an die "guten alten Zeiten"?

Kampermann Schon ein wenig. Denn als ich hier angefangen haben, hatten wir mal 850 Schüler. Wir waren so stark, dass wir einige Jahr lang sogar die Stufen fünf und sechs in die ehemalige Blumenkamper Grundschule neben der Kaserne auslagern mussten.

War das angekratzte Image der Hauptschulen schuld, dass die Schülerzahlen deutlich zurückgegangen sind?

Kampermann Das Image war früher anders und es gab die Gesamtschule auch noch nicht. Es ist schon traurig wenn man sieht, wie viele Kollegen aufgrund der sinkenden Schülerzahlen abgezogen wurden. Wir waren mal 40, sind heute noch 14 Kollegen.

Glauben Sie, dass die Hauptschule ganz allgemein noch eine Zukunft hat?

Kampermann Wenn die Schülerzahlen weiter so zurückgehen, dann nicht. Ich denke, dass Hauptschulen künftig mit Realschulen zu Verbundschulen zusammengefasst werden.

Was unterscheidet Ihre Schüler heute von denen Mitte der 70er Jahre?

Kampermann Sie waren in aller Regel sehr viel motivierter. Das lag natürlich auch daran, dass die Perspektiven damals einfach besser waren und unsere Schüler in Handwerksberufen viele bessere Möglichkeiten hatten. Heute nehmen Betriebe gerne Realschüler oder auch Gymnasiasten. Aus diesem Grund versuchen auch viele Abgänger, am Berufskolleg einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen. Der Unterschied zu früher ist auch, dass wir in jeder Klasse einige Schüler haben, die so gefrustet sind, dass sie sich praktisch aufgegeben haben. Das macht den Unterricht auch nicht einfacher.

Ist es also heute schwieriger, Lehrer zu sein als damals?

Kampermann Ja. Das hat auch damit zu tun, dass der Umgang der Jugendlichen untereinander rauer geworden ist. Es ist teilweise so, dass sie sich nur noch über Beschimpfungen unterhalten.

Ohne oder mit schlechtem Schulabschluss ist der Weg in die Dauerarbeitslosigkeit programmiert. Wie könnte dieser Teufelskreis durchbrochen werden?

Kampermann Da sind die Eltern mehr denn je gefordert. Das ist auch Erziehungssache. Man kann diese wichtige Aufgabe nicht den Schulen und dem Staat aufs Auge drücken. Und natürlich spielen auch die gewaltverherrlichenden Computerspiele und der übermäßige TV-Konsum eine Rolle. Aus meiner Sicht ist das ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Quelle: RP

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Viele Sauerland-Gegner gehen zur Wahl

Wir berichten aktuell aus Duisburg

Viele Sauerland-Gegner gehen zur Wahl

Heute haben die Duisburger die Möglichkeit, Oberbürgermeister Adolf Sauerland abzuwählen. Viele scheinen diese Möglichkeit zu nutzen, besond ... mehr 

Fliesenmarkt brennt nieder

Remscheid

Fliesenmarkt brennt nieder

Bei einem Großbrand zerstörte das Feuer einen Fliesenfachmarkt an der Freiheitstraße. Über ... mehr 

Vom Niederrhein
Aus der Region

Wir berichten aktuell aus Duisburg

Viele Sauerland-Gegner gehen zur Wahl

Tag der Entscheidung in Duisburg

Sauerland muss um sein Amt zittern

Videos

Ringerin aus Krefeld trainiert für Olympiaqualifikation

Aline Focken ist 20 Jahre alt und träumt von Olympia. Die Krefelderin hat die Chance sich für die olympischen Spiele 2012 in ... mehr 

Gefallener Stern: Whitney Houston ist tot

Die Sängerin starb im Alter von nur 48 Jahren. Sie wurde in einem Hotel in Beverly Hills gefunden. Houston hatte lange mit Rauschgift- und ... mehr 

Aus der Nachbarschaft
MEHR

Hamminkeln

Zwei Kenner in neuer Rolle

Zwei ausgewiesene Kenner werden nach RP-Information die Interessen der Stadt im Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der Betuwe als Anwälte vertreten: Dr. Bruno Ketteler (CDU), ehemaliger Bürgermeister in Rees und Ex-Sprecher des Arbeitskreises ... mehr

 

Hamminkeln

Die Bücherei bleibt im Paket

Der Rat hat gestern nach heftiger Aufregung beschlossen, die Stadtbücherei aus Mitteln des Konjunkturpaktes II zu finanzieren. Dafür sollen Mehrkosten für die Feuerwehr-Häuser aus der Kasse des Kämmerers bezahlt werden. VON Bernfried Paus  mehr

 
 
 
 
 
Bilder aus Wesel
Wesel: Großbrand im Autohaus Maibom
Wesel: Großbrand im Autohaus Maibom
Im Autohaus Maibom ist am 6. Februar 2012 ein Feuer ausgebrochen. mehr 
 
Wesel: Großbrand im Autohaus Maibom
Wesel: Großbrand im Autohaus Maibom
Im Autohaus Maibom ist am 6. Februar 2012 ein Feuer ausgebrochen.
mehr 
Der Wandermarkt "Feines Land" auf der "Grünen Woche" in Berlin
Der Wandermarkt "Feines Land" auf der "Grünen Woche" in Berlin
Der Wandermarkt "Feines Land" repräsentiert ..
mehr 
Empfang der Rheinischen Post in Wesel
Empfang der Rheinischen Post in Wesel
Die neuen Redaktionsräume der Rheinischen Post in ..
mehr 
Die Aufräumarbeiten nach dem Brand haben begonnen
Die Aufräumarbeiten nach dem Brand haben begonnen
Nachdem eine Lagerhalle mit Matratzen abgebrannt ist, haben in Wesel d ..
mehr