Wesel: AVG: Handy- und MP3-Verbot
VON KLAUS NIKOLEI - zuletzt aktualisiert: 20.09.2007Wesel (RPO). Ein per Handy gefilmtes und im Internet veröffentlichtes Video der AVG-Hausmeister hat Lehrer und Eltern aufgeschreckt. Konsequenz: Mobiltelefone und MP3-Player sind am AVG untersagt. Schüler sind dagegen.
Im Kollegium des Andreas-Vesalius-Gymnasium herrscht seit Wochen Unruhe. Berichte über Internetseiten, auf denen Schüler ihre Lehrer ungestraft auf übelste Weise beschimpfen oder auf denen sogar heimlich per Handy-Kameras gedrehte Videos von völlig entnervten Lehrern zu sehen sind, empören viele Pädagogen.
„Als Schule Signale setzen“
Als dann auch noch im Internetportal „You Tube“ ein Filmchen auftauchte, das AVG-Hausmeister beim Zerkleinern von Kartonagen an der Blauen Tonne zeigt, war für Schulleiter Jürgen Berner die Zeit des Handelns gekommen.
Nachdem sich vor Wochen schon 95 Prozent der Elternvertreter während der Sitzung der Elternpflegschaft für ein Verbot von Handys und MP3-Playern, auf denen auch Gewaltvideos angeschaut werden können, ausgesprochen hatten, wurde dieses Ansinnen Dienstagabend von der Schulkonferenz bestätigt.
Während die gut 15 Vertreter der Lehrer- und Elternschaft geschlossen für die Aufnahme des Verbots in die Schulordnung votierte, stimmten die fünf Vertreter der Schülerschaft dagegen, „was auch ihr gutes Recht ist“, wie Berner betont. Die Hoffnung der Schüler nach Ausnahmeregelungen erfüllte sich nicht. Berner: „Wir müssen als Schule Signale setzen und eine einheitliche Regelung schaffen.“
Das schon seit Jahren geltende Handy-Verbot in den Schulgebäuden gilt nach den Herbstferien auch für das gesamte Schulgelände. Die MP3-Player müssen dann vor allem auch deshalb in den Schultaschen verschwinden, weil Lehrer und Eltern um die Gesundheit ihrer Kinder fürchten. „Wir haben als Schule auch einen erzieherischen Auftrag.
Die meisten Schüler hören die Musik über die Ohrhörer viel zu laut. Das macht zum einen aggressiv und kann negative gesundheitliche Folgen haben“, betont Berner.
Wer trotz der Verbote beim Musikhören, Telefonieren, Fotografieren beziehungsweise Filmen auf dem Schulgelände erwischt wird, dessen Unterhaltungselektronik wird erstmal einkassiert und beim Schulleiter gelagert. „Eltern haben dann die Möglichkeit, Mobiltelefon und MP3-Player bei mir abzuholen“, erklärt Berner.
Kurzanruf bei Eltern möglich
Damit keine Missverständnisse entstehen: Natürlich, betont der AVG-Direktor, könnten Schüler kurz zu Hause anrufen, wenn eine Stunde ausfalle und sie von den Eltern abgeholt werden möchten. „Da hat natürlich niemand etwas dagegen.“
Die sicherlich wenig begeisterten Schüler werden übrigens ab dem 8. Oktober durch Aushänge und von ihren Klassenlehrern über die Neuerungen in der Schulordnung unterrichtet. (Kommentar)
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