Wesel: Bahnhof: Caritas kann bauen
VON FRITZ SCHUBERT - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Wesel (RPO). Bewegung: Nachdem die Bahn zugestimmt hat, überreichte Bürgermeisterin Ulrike Westkamp gestern Caritas-Direktor Michael van Meerbeck die Baugenehmigung. Mitte Oktober soll's im Ex-Hotel losgehen.
Der soziale Dienstleister Caritas setzt auf Stil und zeigt gern Flagge. Dies tat er gestern am Bahnhof besonders gern, denn Bürgermeisterin Ulrike Westkamp wurde mit wichtiger Post erwartet. Flankiert von ihren Mitarbeitern Michael Klessa und Manfred Müser überreichte sie die Baugenehmigung für das Zentrum für Altenhilfe, das die Caritas aus dem ehemaligen Bahnhofshotel machen möchte. Deren Direktor Michael van Meerbeck hatte das offensichtlich bedeutsame Ereignis eigens inszeniert, ein kleines Zelt mit Heizlüftern für eine reich gedeckte Kaffeetafel am Ölberg aufstellen lassen. Daneben flatterte optimistisch ein haushohes Caritasbanner.
Langzeitprojekt
Das Langzeitprojekt begann mit dem Umbau der Wilhelmstraße, Es folgten Ring-Querung, Renovierung der Bahnhofshalle, Tunneldurchstich, P+R-Anlage, Sanierung der Friedenstraße (2. Abschnitt folgt), Bahnhofsvorplatz, Radstation und nun Caritas.
Bauzeit: zehn bis zwölf Monate
Die Pläne sind lange bekannt (RP berichtete mehrfach), und an der Stadt soll's nicht gelegen haben. Van Meerbeck lobte die Verwaltung gestern auffallend. Sie habe sie "wirklich bemüht" und "mit Hochdruck" an der Sache gearbeitet. Was zuletzt fehlte, waren bekanntlich Genehmigungen der Bahn AG. Die sind nun da, womit Westkamp noch gar nicht gerechnet hatte. Mitte Oktober soll es losgehen, sagte van Meerbeck. Von der Witterung hänge es ab, wie schnell Dach und Fenster erneuert werden könnten, um dann "im Rohbau" (van Meerbeck) über den Winter weiterarbeiten zu können. Zehn bis zwölf Monate sind bis zur Fertigstellung vorgesehen. Gesamtinvestition: rund 700 000 Euro.
2011 wird für die Caritas ein Jahr der Umzüge. Angebote vom Herzogenring wechseln in die Stadtmitte, sprich zum Bahnhof. Der Standort Fluthgrafstraße wird aufgegeben. Die Jugendhilfe kommt in die Sandstraße. Am Bahnhof – "mitten im Leben" – wird es im Erdgeschoss 15 Tagespflegeplätze geben. Mit Terrasse zum grünen Bahnhofsvorplatz und einem Gartenbereich Richtung Gleise. Dieser wird mit Hochbeeten ausgestattet, die man vom Rollstuhl aus gestalten kann.
Café, Beratung, öffentliches WC
In der ersten Etage wird ein Café eingerichtet. Als Treffpunkt für jedermann und Anlaufstelle für Ratsuchende. Sozialstationen und Beratungsstellen bekommen hier ihre Quartiere. Unterm Dach wird es unter anderem Platz für Schulungsräume geben, im Kellerraum für Möbeldepots und Kleiderkammern. Zum Start sind montags bis freitags Öffnungszeiten von 8 bis 18 Uhr vorgesehen.
Das gilt dann auch für das WC, das am Bahnhof bekanntlich seit Jahren schmerzlich vermisst wird. Rund um die Übergabe der Baugenehmigung war gestern Luft für weitere Bahnhofsthemen im Endstadium (siehe Info). So wird am Montag die vom Verein Spix betriebene Radstation am Schotterparkplatz eingeweiht. Die kunstvoll gestaltete Werbeanlage, die auf die Station hinweisen soll, bekommt ihren Platz neben dem Ölberg, links am Ende des Fußweges vom Ring zum Bahnhof.
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