Wesel: Basis für Brunnen in Togo
VON JULIA BUSCHMANN - zuletzt aktualisiert: 16.07.2010Wesel (RPO). Der Verein "Togo – Neuer Horizont" freut sich über eine Spende von 10 000 Euro. Mit dem Geld soll an der Krankenstation ein dringend benötigter Brunnen gebohrt werden. Noch fehlen 5000 Euro.
WESEL/HAMMINKELN Mit einem Pro- Kopf-Einkommen von etwa 400 Dollar jährlich zählt Togo an der westafrikanischen Elfenbeinküste zu den ärmsten Ländern der Welt. "Gesundheits- und Wasserversorgung sind eine Katastrophe", so Annemarie Klocke, Vorsitzende und Initiatorin des Charity-Projekts "Togo – Neuer Horizont". Ihr überreichte die Familie Seibt von der Grav-Insel stellvertretend für den Verein "Wir helfen Kindern weltweit" gestern einen Scheck über 10 000 Euro, um an der Krankenstation in Atakpamé den Bau eines Brunnens zu ermöglichen.
Spendenkonten
Wer spenden möchte, kann auf folgende Konten einzahlen: Nr. 1200 4200 19 bei der Volksbank Rhein-Lippe (BLZ 35660599); Nr. 215 145 bei der Verbands-Sparkasse Wesel (BLZ 356 500 00). E-Mail: togo@togo-neuerhorizont.de; Tel : 02852 4585
Die Krankenstation hat "Neuer Horizont" vor zwei Jahren fertiggestellt. "Wir haben großen Erfolg. Die Krankenstation schließt eine wichtige Versorgungslücke", so Annemarie Klocke. Obwohl es auch ein staatliches Krankenhaus gibt, bietet die Krankenstation deutlich bessere Hygienestandards. Doch immer wieder muss sich die von Annemarie Klocke initiierte Station Herausforderungen stellen – Stromausfall ist nur eine davon.
Gefährliche Keime
Die Wasserversorgung stellt im gebirgigen Atakpamé ein weiteres Problem dar. Während der Regenzeit ergießen sich monsunartige Niederschläge über der Stadt und überschwemmen sie großflächig. In Polyester-Bottichen wird Wasser für die Trockenzeit gespeichert. "Das Problem ist, dass sich im Wasser bei hohen Temperaturen gefährliche Keime bilden", so Klocke. Der nächste Trinkwasser-Brunnen ist zig Kilometer entfernt und erfordert lange Fußmärsche und das Schleppen schwerer Lasten. "Eine Krankenstation braucht fließendes Wasser, um sauber arbeiten zu können", bekräftigt Klocke. "Der Brunnenbau ist deshalb ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der örtlichen Bedingungen", betont auch Frank Seibt, Vorsitzender von "Wir helfen Kindern weltweit".
Seit drei Jahren arbeiten die beiden Hilfsprojekte zusammen. Seibt hat Erfahrung. Denn die Kernaufgabe seines Projekts lautet: "Wasser ist Leben – Wir bauen Brunnen in Afrika" ist. Rund 60 Meter tief muss diesmal gebohrt werden, und das mit Diamantbohrern. "Der Boden in Atakpamé ist hart und felsig. Es erfordert spezielle Werkzeuge, um einen Brunnen zu bohren", so Seibt. Insgesamt 15 000 Euro wird der Brunnen kosten. Mit der großzügigen Spende der Familie Seibt ist der Löwenanteil gesichert. "Die übrigen 5000 Euro, die noch fehlen, kriegen wir auch noch zusammen", sagt Annemarie Klocke zuversichtlich. Sobald die Summe zusammengetragen wurde, kann es losgehen mit dem Bohren an der Station.
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