Hamminkeln: „Aktion Weststraße“ rollt an
VON BERNFRIED PAUS - zuletzt aktualisiert: 13.11.2007Hamminkeln (RPO). Nach dem Unfall an der Daßhorst-Kreuzung hat der Vater des verunglückten Jungen die Initiative für Sicherheit ergriffen, will „nicht locker lassen“. Sohn Max ist auf dem Weg der Besserung und freut sich auf seinen Geburtstag.
Den 25. Oktober wird Holger Braun (54) nie vergessen. Zufällig kam er da an die Daßhorst-Kreuzung, als gerade ein Unfall passiert war. Ein Betonmischer hatte einen elfjährigen Radfahrer erfasst. Holger Braun wollte helfen. Dann der Schock. Bei dem Jungen handelte es sich um seinen Sohn Maximilian. Er wurde schwer verletzt mit dem Hubschrauber in eine Klinik geflogen. Dem Jungen geht’s inzwischen wieder ganz gut. Schäden wird er trotz massiver Kopfverletzungen (Schädelbruch, Trommelfell gerissen, gebrochener Gehörknöchel) nach Aussage der Ärzte nicht behalten. Holger Braun hat indes die „Aktion Weststraße“ ins Leben gerufen. Damit’s endlich was wird mit mehr Sicherheit der Kreuzung am Feuerwehrgerätehaus.
Bürgeroffensive
Holger Braun setzt bei seiner Initiative auf die Unterstützung durch die Bevölkerung.
In den nächsten Tagen möchte er Handzettel verteilen und Unterschriftenlisten auslegen.
Außerdem hat er eine Aktionshotline eingerichtet unter Tel. 01212 627041953.
Es gibt auch eine E-Mail-Adresse: aktion-weststrasse@mail.de
Hier haben Behörden lange ein Sicherheitsdefizit ausgemacht. Getan hat sich in all den Jahren nichts. „Nach dem Unfall ist gehörig Bewegung in die Sache kommen“, sagt Jürgen Globert, Vorsitzender der Großen Unfallkommission. Die hat die Kreuzung zwei Wochen vor dem Unglück zum Unfallschwerpunkt erklärt. Außerdem wurde die Tempo-50-Zone verlängert.
Stadt und Straßen NRW
Bei baulichen Maßnahmen sieht Globert Stadt und Straßen NRW am Zuge. Die Unfallkommission habe vor Jahren eine Ampel angeordnet. Doch aus dem Rathaus kam die politische Maßgabe, einen Kreisverkehr zu bauen. „Den wiederum können wir nur empfehlen“, so Globert, der seine Möglichkeiten somit als erschöpft sieht. „Aber ich gehe davon aus, dass unter dem Druck der Ereignisse nun was geschieht“, so Globert. Ein wichtiger Baustein ist ins Rollen gekommen. In der Grundstücksfrage zeichnet sich eine Lösung ab – Voraussetzung, dem Kreisel ein gutes Stück näher zu kommen. Den will die Stadt deshalb bauen, weil die Feuerwehr im Alarmfall nicht vor der roten Ampel stehen würde. Straßen NRW favorisiert, so Chef Herbert Hölters gestern, wie schon 2003 weiter eine Ampel, überlässt aber an der Landstraße (L 602) der Stadt die Wahl. Die müsste die Mehrkosten wohl allein stemmen. Technischer Beigeordneter Hans-Georg Haupt ist derweil dabei, die Hausaufgaben zu erledigen. Sobald die Grundstücksfrage klar ist, will er mit Straßen NRW den Entwurf abstimmen und eine „Kreuzungsvereinbarung“ abschließen. Die regelt Details. Hamminkeln will für 2008 Geld bereitstellen. Auch Straßen NRW könnte dann seinen Anteil, rund 75 000 Euro, bereitstellen, so Hölters. Voraussetzung: „Der Kreisel muss ausreichend groß sein.“ Holger Braun war gestern im Rathaus und beim Grundstücksbesitzer. „Angenehme Gespräche.“ Parallel läuft die Vorbereitung für den Geburtstag von Sohn Max. Der kann in den nächsten Tage das Krankenhaus verlassen und wird in einer Woche zwölf Jahre alt.
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